Sichere Energie im 21. Jahrhundert

Wie bei jedem Thema, das auf vermehrtes öffentliches Interesse stößt, sind mittlerweile auch über den Klimawandel und die damit eng verknüpfte Energiepolitik viele verschiedene Bücher auf dem Markt. Eines der besten und umfassendsten ist meiner Meinung nach Sichere Energie im 21. Jahrhundert aus dem Hoffmann und Campe Verlag.

Auf über 400 Seiten lässt der als Herausgeber fungierende Journalist Jürgen Petermann 35 verschiedene Wissenschaftler, Politiker und Journalisten zu Wort kommen und gerade von dieser Vielzahl an verschiedenen (und teilweise subjektiven) Meinungen und Einstellungen profitiert letztlich die Objektivität des Buches ungemein. Das überraschte mich insofern positiv, da Sichere Energie im 21. Jahrhundert von dem Energieversorger RWE mitfinanziert wurde und in einem solchen Fall natürlich die Gefahr von Klientel-Journalismus besteht. Das kann ich allerdings definitiv entkräften.

Laut Verlag ist das Buch für eine breite Öffentlichkeit gedacht und obwohl man Sichere Energie im 21. Jahrhundert – wie den Großteil der populärwissenschaftlichen Bücher – zwar nicht gerade als leichte Kost für nebenbei bezeichnen kann, ist einer der Hauptpluspunkte tatsächlich die gute Verständlichkeit. Diese wird einerseits durch eine angenehm zu lesende und gut nachvollziehbare Wortwahl und andererseits durch viele hilfreiche Illustrationen erreicht.

In zehn Abschnitten erfährt der Leser einen Rundumkurs in Sachen Energiepolitik. Von den Anfängen der Elektrizität über den immer weiter steigenden Energiebedarf einer nie satt werdenden Produktionsmaschinerie bis hin zu realistischen Einschätzungen der Versorgungsmöglichkeiten mit erneuerbaren Energien – alles wird thematisiert und dem Leser nachvollziehbar erklärt. Brandaktuell und hochinteressant – gerade aufgrund der derzeitigen Debatten und Pläne in Deutschland – sind die Kapitel über die technische CO2-Abscheidung und das Entsorgungsproblem von radioaktivem Atommüll. Auch zu den Aufgaben der Politik, der Gefahr terroristischer Anschläge und dem potentiellen Energielieferanten Wasserstoff werden Meinungen, Erklärungen und Prognosen abgegeben.

Zwar erfolgte die Erstveröffentlichung von Sichere Energie im 21. Jahrhundert bereits 2006, aber 2008 erschien noch einmal eine komplett überarbeitete und aktualisierte Zweitauflage. Das macht auch durchaus Sinn, denn gerade bei einem so aktuellen Thema wie Energieversorgung ist es wichtig, dass auch die neuesten Entwicklungen mit einbezogen werden. Natürlich hat sich auch seit 2008 bereits einiges verändert, man denke beispielsweise an die US-Regierung, aber in Sachen Aktualität kann eine Printveröffentlichung dem Internet ohnehin nie das Wasser reichen.

Mein Fazit: Sichere Energie im 21. Jahrhundert ist defintiv lesenswert und außerdem ein hervorragendes Nachschlagewerk für Fakten und Zahlen.

Matthias Schaffer

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