Blauer Kompass: Projekte zur Klima-Anpassung

Blauer Kompass - Projekte Klimawandel
Der Wettbereb "Blauer Kompas" zeichnet unter anderem städtischte Projekte zur Begrünung aus

Das Umweltbundesamt sucht die besten Projekte zur Klima-Anpassung: vom begrünten Schulhof, dem Sonnenschutz für den Spielplatz bis zu städtischen Projekten oder Anwohner-Initiativen. Unter dem Motto „Blauer Kompass – Anpassungspioniere gesucht“ werden zum dritten Mal lokale und regionale Anpassungsmaßnahmen ausgezeichnet, die helfen, den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Bewerbungsschluss ist der 11. März 2018.

Wie vielfältig die Maßnahmen sein können, zeigen die Gewinner des letzten Jahres: In Kamen wurde im Projekt „Future Cities – Grün-blauer Klimakorridor Kamen“ ein Flusslauf renaturiert und Anwohner entkoppelten ihre Grundstücke von der Kanalisation, um gegen Überflutung vorzusorgen und ihr Wohnumfeld zu verbessern. Die Bonner Initiative „Natur in graue Zonen“ entsiegelte und begrünte in Pilotmodellen mit Unternehmen aus Duisburg, Erfurt und Wiesloch innerstädtische Flächen. Im Berliner Brunnenviertel gelang es, die Quartiersbewohnerinnen und -bewohner mit der Initiative „KiezKlima“ für die Entwicklung von Klimaanpassungsmaßnahmen an ihrem Wohnort zu begeistern. Aus der Region Frankfurt-Rhein-Main konnte das Weiterbildungskonzept „Klaro: Klimarobust Planen und Bauen“ überzeugen, das mit Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen die  Zielgruppe Handwerk auf die Anpassungserfordernisse im Baugewerbe aufmerksam macht.

Projekte können sich ab sofort in folgenden drei Kategorien bewerben:

  1. Private und kommunale Unternehmen
  2. Bildungs- und Forschungseinrichtungen
  3. Vereine, Verbände, Stiftungen

Aus allen Einreichungen trifft ein Expertengremium des Umweltbundesamtes und des Wettbewerbsbüros eine Vorauswahl und legt zwölf nominierte Projekte fest. Eine Jury aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wird im Mai 2018 aus den nominierten Projekten die Sieger in den drei Kategorien auswählen. Erstmals wird zusätzlich auch ein Publikumspreis vergeben, der über eine Internetabstimmung auf www.uba.de/tatenbank ermittelt wird.

Blauer Kompass Bewerbungen werden nach sechs Kriterien bewertet:

  1. Wirksamkeit: Zeigt die Anpassungsmaßnahme Erfolg bzw. ist sie erfolgsversprechend hinsichtlich des Umgangs mit den Folgen des Klimawandels?
  2. Finanzielle Tragbarkeit: Weist die Maßnahme ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis auf?
  3. Nachhaltigkeit: Trägt die Maßnahme zu einer dauerhaften umwelt-, sozial- und zukunftsgerechten Entwicklung der Gesellschaft bei?
  4. Positive Nebeneffekte: Generiert die Maßnahme weitere positive Effekte neben ihrem primären Zweck der Klimaanpassung bezüglich Umwelt und Gesellschaft?
  5. Flexibilität: Kann die Maßnahme an veränderte Rahmenbedingungen angepasst, weiterentwickelt oder gegebenenfalls sogar rückgängig gemacht werden? Ist eine Modifizierung mit verhältnismäßig geringen Kosten möglich?
  6. Robustheit: Kann die Maßnahme mit Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Klimaänderung umgehen? Wirkt sich die Maßnahme auch unter verschiedenen Klimaszenarien positiv aus?

Die vier Siegerprojekte „Blauer Kompass“ werden im Juni 2018 im Bundesumweltministerium in Berlin ausgezeichnet. Zu jedem Projekt wird ein Kurzfilm erstellt, der auf der Preisverleihung präsentiert und den Gewinnern für ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt wird.

  • Anpassungsfonds – Deutschland unterstützt Entwicklungsländer bei Klimaschutz
  • Klimaschutzkampagne: Tübingen macht blau
  • Klimawandel: „Get fit for the climate“

Eingereichte Maßnahmen müssen sich mindestens in der Anfangsphase der Umsetzung befinden oder innerhalb der letzten drei Jahre abgeschlossen worden sein. Bewerbungen können ab sofort unter www.uba.de/blauerkompass eingereicht werden.