Bill Gates und die Solar-Toilette

Der Umweltwissenschaftler Michael R. Hoffmann vom amerikanischen California Institute of Technology hat eine Toilette entwickelt, die mit Hilfe von Solarkraft Energie aus Fäkalien gewinnen kann. Diese Idee scheint Microsoft Gründer Bill Gates derart begeistert zu haben, dass er das Projekt über seine Bill & Melinda Gates Foundation mit 400.000 US-Dollar unterstützt.

Die Förderung ist Teil der „Reinvent the Toilet Challenge“ und Hoffmans Toilette eines der acht Projekte, die mit insgesamt 40 Millionen Dollar von der Privat-Stiftung in dem Bereich „Water, Sanitation, & Hygiene“ unterstützt werden. Da laut WHO-Schätzung unglaubliche 2,6 Milliarden Menschen – also rund 40 Prozente der Weltbevölkerung – einen unzureichenden Zugang zu sanitären Einrichtungen haben, ist das eine durchaus sinnvolle und wichtige Investition.

Bei der finanziell geförderten Solar-Toilette werden die Fäkalien in einem Behälter gesammelt und mit der Energie aus Solaranlagen erhitzt. In einer elektrochemischen Reaktion wird dann aus den Abwässern Wasserstoff abgeschieden, der, in speziellen Brennstoffzellen verbrannt, auch in sonnenlosen Zeiten Energie bereitstellt. Die auf diese Art erzeugte und gespeicherte Energie könnte zur Selbstreinigung oder Beleuchtung der Toilette verwendet werden. Die so gut wie wartungsfreie Solar-Toilette soll bis zu 500 „Besuche“ pro Tag verarbeiten können. Da sie transportabel ist, kann sie problemlos überall aufgestellt werden und so hoffentlich einen Beitrag zur Verbesserung der weltweiten sanitären Missstände beitragen.

Während ein funktionierender Prototyp laut Michael R. Hoffmann rund 2.000 Dollar kostet, würden die Kosten bei einer Massenproduktion sehr viel geringer ausfallen. Das Geld der Bill & Melinda Gates Foundation wird unter anderem zur Herstellung eines solchen Prototyps verwendet.

Die Meldung, dass der Wissenschaftler vom California Institute Of Technology eine derartige Toilette entwickelt hat, war nicht sonderlich überraschend, denn die Idee, aus Fäkalien Strom zu gewinnen, scheint tatsächlich recht verbreitet zu sein. Das CleanEnergy Project hat bereits drei Projekte dieser Art vorgestellt: Das Park Spark Project betreibt Straßenlaternen mit Hundekot, Energie-Urinale sollen Strom für Musikfestivals erzeugen und die TU Berlin arbeitet mit Ingenieure ohne Grenzen an einer Technologie, die Biokohle aus menschlichen Exkrementen gewinnt.

Matthias Schaffer

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