Zukunftsenergie – Der richtige Weg

Ökonomisch ist es kaum möglich, sowohl die Kernenergie zu fördern, als auch die erneuerbaren Energien auszubauen. Wann entscheiden sich die Herren Politiker nun endlich für eine Richtung in Sachen Energieversorgung der Zukunft? Fragwürdig ist vor allem, warum an der Kernenergie so wehement festgehalten wird und die „Brückentechnologie“ als unverzichtbares Werkzeug in der Energiepolitik betitelt wird.

Ein Blick auf die Statistiken zeigt doch ganz klar, dass die Kernenergie immer rückläufiger wird, im Jahr 2008 deckt sie nur elf Prozent des Energiebedarfs. Auch aus der Sicht auf die Betriebsdauer deutscher Kernkraftwerke macht die „Brückentechnologie“ kaum einen Sinn. Auf durchschnittlich 32 Jahre Betriebsdauer ist ein Kernkraftwerk laut Atomgesetzt begrenzt, die AKWs demnach bis zum Jahr 2020 größtenteils „reif“ für die Abschaltung. Ideal, denn auch die Brachenprognose der erneuerbaren Energien ist sich bis dahin einer tragenden Rolle im Energiemix sicher, rund 47 Prozent des Strombedarfs können bis dahin aus regenerativen Quellen gedeckt werden.

Warum also ist die Bundesregierung dann so scharf auf Laufzeitverlängerungen? Auffällig bei der ganzen Diskussion ist, dass besonders Bayern, Baden Württemberg, Hessen und Niedersachen als Befürworter der Laufzeitverlängerungen ins Rampenlicht treten. Ein Blick auf die Lage der Kraftwerke und Verbundnetze in Deutschland zeigt dabei schnell warum – steht doch der Großteil der deutschen Kraftwerke auf ihren Bundesgebieten.

Es drängt sich immer mehr der Eindruck auf, als wolle die Politik aus einer Laufzeitverlängerung lediglich die angeschlagene Staatskasse auffüllen, getarnt unter dem grünen Mäntelchen der „Brückentechnologie“, ohne die ein Umstieg auf die Erneuerbaren nach Meinung der Politiker natürlich nicht möglich ist. Dabei stützen sich die Gedanken der forschen Minister wohl nur auf das Prinzip Hoffung. Durch Laufzeitverlängerungen erhoffen sie sich satte Gewinne. Hervorgerufen durch die Freude der Kraftwerksbetreiber über die Ausstiegsregelung, dürfte wohl mit einer großzügigen finanziellen Unterstützung für die Politiker zu rechnen sein.

Doch sehen die Kernkraftbetreiber das auch so? Hierzu müsste erst die angestrebte Besteuerung der AKW-Gewinne bei den Konzernbossen auf Zustimmung stoßen, die bereits eine Klage gegen die geplante Steuer angekündigt haben. Doch ob eine rechtlich bindende Vereinbarung vor den Gerichten Bestand hat und überdies so ganz ohne Gegenleistung abläuft, bleibt eher fraglich. Denkbar wäre eine vermehrte Vorleistung in Sachen Atomstrom und ein gänzliches Kippen des Atomgesetzes als politisches Gegengeschenk für die Atomsteuer. Ob sich die Kraftwerksbetreiber darüber hinaus auch ohne einen rechtlichen Anspruch, also freiwillig großzügig erkenntlich zeigen würden, steht ebenfalls in den Sternen.

Judith Schomaker

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