Vielversprechende Impulse aus den USA puschen Weltklimakonferenz

Vergangenen Montag war der Startschuss zu den internationalen Klimaschutzverhandlungen in Kopenhagen. Ziel dieser Verhandlungen sind einerseits politisch verbindliche Verpflichtungen bei der Treibhausgasreduktion festzulegen, als auch finanzielle Hilfen für die Entwicklungsländer bereitzustellen. Zum Beginn der Verhandlungen sorgen positive Signale aus den USA für eine optimistische Stimmung.

Um einen „gefährlichen Klimawandel“ – einhergehend mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur – zu verhindern, muss die Temperaturerhöhung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter auf plus zwei Grad Celsius begrenzt werden. So lautet die überwiegende Meinung in der Wissenschaft. Bisher gibt es bereits eine Erhöhung von 0,7 Grad. In Kopenhagen werden die Treibhausgasverminderungen für die Periode 2012 bis 2020 verhandelt. Die Treibhausgase werden für den Klimawandel verantwortlich gemacht.

Des Weiteren brauchen die Entwicklungsländer finanzielle Unterstützung, um Anpassungsmaßnahmen an die negativen Folgen des bisherigen und folgenden Klimawandels bewältigen zu können. Außerdem soll dadurch vermieden werden, dass sie ähnlich ressourcen- und somit treibhausgasintensive Entwicklungspfade einschlagen, wie es zuvor die heutigen Industrienationen getan haben.

Vor einigen Wochen standen die Chancen für ein positives Ergebnis der Weltklimakonferenz noch schlecht. Wir haben darüber berichtet. Da aber seit wenigen Tagen vor den Verhandlungen eine Reihe positiver Signale zu vernehmen sind, besteht durchaus wieder Hoffnung auf ein ambitioniertes Ziel.

Kurz vor den Verhandlungen kündete bereits China, der größte Emittent von klimaschädlichen Treibhausgasen, an, seine Emissionen relativ zum wirtschaftlichen Wachstum um 40 Prozent senken zu wollen. Und US-Präsident Obama – die USA sind die zweitgrößten Klimasünder – verkündete sein persönliches Erscheinen in der Endphase der Verhandlungen. Gerade von der neuen US-Regierung wird vieles abhängen, da sich die vorangegangene Bush-Administration komplett gegen den Klimaschutz gestellt hatte.

Da im US-Senat ein entsprechendes Klimaschutzgesetz feststeckt und zu scheitern droht, wäre Präsident Obama bei den derzeitigen Klimaschutzverhandlungen im Grunde genommen nur zu politischen Absichtserklärungen ermächtigt gewesen. Am Montag könnte es in dieser Frage jedoch eine entscheidende Kehrtwende gegeben haben. Die US-Umweltbehöde erklärte, die fünf wichtigsten Treibhausgase, unter anderem CO2, als gefährliche Umweltverschmutzung einzustufen. Damit kann die US-Regierung direkt und ohne Zustimmung des Senats Maßnahmen gegen den Ausstoß von Treibhausgasen beschließen. Entsprechend stehen die möglichen Zusagen von Obama auf einem festen Fundament.

Man sollte jedoch vorsichtig sein, den Tag vor dem Abend zu loben. Die Verhandlungen sind noch in vollem Gange und selbst wenn das Ergebnis vielversprechend sein sollte, können die Ziele im Nachhinein immer noch verwässert werden.

Begleitet wird die Kopenhagen-Konferenz von einer großen Medienoffensive zum Thema Klimawandel und Klimaschutz. Insbesondere die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender stellen hier ein breites Informationsangebot zur Verfügung.

Oliver Hölzinger

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