Verkehrswende braucht effizienten Stadtverkehr

Wie hier in Berlin benötigt es etwa einen effizienten Stadtverkehr, um die Verkehrswende zu schaffen.
Wie hier in Berlin benötigt es etwa einen effizienten Stadtverkehr, um die Verkehrswende zu schaffen.

Extremwetterereignisse in ganz Europa – die Folgen der Erderwärmung werden immer stärker spürbar. Die EU-Kommission will daher den Klimaschutz weiter forcieren. Das betrifft auch den Verkehrssektor. Doch reicht es für eine Verkehrswende nicht, einfach die auf Elektromotoren zu wechseln. Es bedarf tiefgreifender Konzepte wie etwa einem effizienten Stadtverkehr. Ohne gezielte Förderungen in den Ballungszentren ist ein klimafreundlicher Verkehr kaum möglich, so zeigt es eine Studie, die der Think Tank Agora Verkehrswende in Auftrag gab.

Die Bundesrepublik galt lange Zeit als Vorreiter im globalen Klimaschutz. Doch ist davon nicht mehr viel übrig geblieben. Noch immer bläst Deutschland zu viele klimaschädliche Treibhausgase in die Luft. Das Klimaziel für 2020, also ein Minus von 40 Prozent im Vergleich zu 1990, wird krachend verfehlt. Nun geht es vor allem darum, wenigstens das Ziel für 2030 einzuhalten. Im Koalitionsvertrag hatten die Regierungsparteien beschlossen, dass eine Kommission Maßnahmen entwickeln soll, wie der Verkehrssektor sein Klimaschutzziel für 2030 erreichen kann. Wie es aktuell die Kohlekommission im Energiesektor versucht.

„Die in Kürze beginnende heiße Phase der Verhandlungen über die europäischen Pkw- CO2-Flottengrenzwerte bis 2030 sind eine Chance für den Klimaschutz. Verstreicht sie allerdings ungenutzt, wären sehr unpopuläre Maßnahmen notwendig, um den Verkehr auf einen klimaverträglichen Pfad zu bringen“, so Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende.

Effizienten Stadtverkehr, um Klimaziele zu erreichen

Die Emissionen im Verkehr stagnieren schon seit Jahren. Vergangenes Jahr waren sie mit 170 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sogar leicht höher als 1990. Bis zum Jahr 2030 müssen sie um 40 bis 42 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Aktuelle Maßnahmen reichen für lediglich elf Prozent Reduktion aus. Agora Verkehrswende beziffert daher eine „Klimaschutzlücke“ von 48 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Um diese Lücke zu schließen, bedarf es jedoch einer ganzen Reihe an Maßnahmen. Vor allem aber benötigt es einen effizienten Stadtverkehr.

Die Politik kann durch strengere Vorschriften dafür sorgen, dass Pkw und Lkw mit Verbrennungsmotoren deutlich weniger Sprit verbrauchen. Weiterhin kann sie den Einsatz von emissionsfreien Elektrofahrzeugen fördern.

Zweitens kann sie versuchen, Autofahrer dazu zu bringen, auf klimafreundlichere Verkehrsmittel wie die Bahn, den Nahverkehr und das Fahrrad umzusteigen. Sie muss also auf einen effizienten Stadtverkehr setzen. Das wird nur gelingen, wenn das Autofahren deutlich teurer als der Öffentliche Nahverkehr wird. Außerdem müsste man Öffentlichen Nahverkehr und das Radverkehrsnetz attraktiver gestalten. Und drittens könnte sie auf alternative Treibstoffe setzen. Also die Produktion und Nutzung von Wasserstoff, Erdgas oder Benzin durch synthetische Herstellung mit Strom aus erneuerbaren Energien.

Quelle: Agora Verkehrswende