Mit 17 Nachhaltigkeitszielen in eine bessere Welt

Sustainable development goals
Sustainable development goals

Vergangenen Freitag haben die Vereinten Nationen auf der UN-Vollversammlung in New York die Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 verabschiedet. Mit der neuen Agenda werden die im Jahr 2000 beschlossenen Milleniums-Ziele erweitert bzw. noch ambitionierter fortgeführt: Der Hunger und die extreme Armut auf der Welt soll bis 2030 vollständig beseitigt und der Klimawandel bekämpft werden. Erstmals wurde auch der Ausbau der Erneuerbaren in die Agenda mit aufgenommen. Insgesamt wurden 17 Ziele und 169 Unterpunkte verabschiedet, mit der die Erde geschützt und die Lebensqualität der Menschheit entscheidend verbessert werden sollen. Wir stellen Ihnen einige der wichtigsten Ziele auf dem Weg in eine bessere Welt vor.

Die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sich am Freitag zur UN-Generalversammlung im Hauptquartier der UN in New York zusammengefunden, um die „Sustainable development goals“ (SDGs) bis zum Jahr 2030 festzulegen. Bereits seit Anfang September läuft dazu die UN-Kampagne „Global Goals“. Sie soll die, zu deutsch, „Ziele für Nachhaltige Entwicklung“ auf der ganzen Welt bekannt machen. Auf der Veranstaltung am Freitag nahmen neben den führenden Regierungschefs der Mitgliedsstaaten auch zahlreichen Prominente und Würdenträger teil, darunter auch die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafza und Papst Franziskus.

Unter deren Augen verabschiedeten die Regierungschefs insgesamt 17 SDGs, die wiederum in 169 einzelne Punkte aufgeteilt wurden. So sollen bis zum Jahr 2030 die größten Probleme der Menschheit bekämpft und die Erde geschützt werden. Erstmals sollen die Ziele nicht nur für Entwicklungs- und Schwellenländer, sondern auch für die Industrienationen gelten.

Mit der neuen Agenda „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ knüpfen die UN an ihre acht im Jahr 2000 verabschiedeten Milleniumsziele an, die sich auf die Bekämpfung von Armut und die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Entwicklungsländern konzentrierten, aber auch einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt einforderten. Einige dieser Ziele wurden zwar teilweise erfüllt, viele Nationen seien jedoch noch weit davon entfernt, sie erreichen zu können. Zu diesem Ergebnis kam jetzt auch eine Studie der Bertelsmann-Stiftung (CEP berichtete), bei der Deutschland immerhin auf den sechsten Platz gelangte.

Die neue Agenda ist sogar noch ambitionierter als die vorherige. Hier die wichtigsten Ziele im Überblick:

Vor allem extreme Armut (definiert als ein Verdienst von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag) und der Hunger auf der Welt sollen bis 2030 der Vergangenheit angehören. Bis heute leben rund 850 Millionen Menschen weltweit in extremer Armut und einer von neun Menschen leidet an Unterernährung, obwohl theoretisch mehr als genug Lebensmittel erzeugt werden, damit alle Menschen auf dem Planeten satt werden könnten.

Ein weiteres wichtiges Ziel, auch im Hinblick auf die anstehende Weltklimakonferenz in Paris, ist der Kampf gegen den Klimawandel. Klimaschutzmaßnahmen sollen durch verbindliche politische Zielsetzungen und neue Gesetze durchgesetzt und die Entwicklungsländer für die Umsetzung von Klimaschutzzielen auch finanziell unterstützt werden.

Auch der Raubbau an der Natur soll aktiv bekämpft werden: So sollen die Ökosysteme erhalten und wiederhergestellt und insbesondere Wälder, Wüsten, Dschungel und Berge mit internationalen Abkommen geschützt werden. Zudem soll der weltweiten Entforstung Einhalt geboten und durch nachhaltig gemanagte Forstwirtschaft ersetzt werden. Zudem soll die biologische Vielfalt sowohl an Land als auch im Meer geschützt und gefährdete Arten vor dem Aussterben bewahrt werden.

Weitere Ziele sind, Gesundheit und Wohlbefinden für Menschen aller Altersstufen zu sichern, die soziale Ungleichheit soll bis 2030 zu beenden und den Zugang zu sauberem Wasser für alle Menschen sicherzustellen. Zudem soll Bildung für alle gewährleistet und Geschlechtergleichheit erreicht werden. Außerdem soll für bezahlbare saubere Energie gesorgt werden. Hier steht erstmals auch der Ausbau der Erneuerbaren mit auf der Agenda, jedoch ohne eine konkrete Zahl zu nennen.

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Zudem soll die Arbeitslosigkeit bekämpft und bis 2020 auch in den Entwicklungsländern ein bezahlbarer Internetzugang verfügbar sein. Auch die Wegwerfmentalität vor allem der Verbraucher in den Industrienationen solle maßgeblich verändert werden. Ein weiteres wichtiges Ziel ist der gesellschaftliche Frieden: Die UN fordert ein Ende von Missbrauch, Ausbeutung, sexuellem Missbrauch, Gewalt gegen und an Kindern. Sehr ambitioniert: Bis 2030 soll Korruption und Bestechung weltweit der Vergangenheit angehören.

Die 17 Ziele sollen ab dem 1. Januar 2016 gelten. Die Umsetzung ist nicht verpflichtend, dennoch soll jeder Mitgliedsstaat bestmöglich zur Realisation beitragen. Der jeweilige Staat kann dabei selbst entscheiden, mit welchen Maßnahmen er die Ziele erreichen will – die Bundesregierung will ihre Nachhaltigkeitsstrategie im Herbst 2016 verabschieden.

Hier können Sie die UN-Ziele für 2030 im einzelnen einsehen.

Quelle: Die Welt

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