Trump Administration erkennt Klimawandel an – und tut nichts

Das Weiße Haus
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In einem neuen Bericht bestätigt die Trump Administration die Realität des Klimawandels. Bis 2100 geht sie von einer Erhöhung der Durchschnittstemperatur von ca. 4 Grad Celsius aus. Grund für eine veränderte Handlungsweise ist das für sie nicht. Ganz im Gegenteil.

Letzten Monat, in einem 500 Seiten langen „Environmental Impact Statement„, machte die Trump Administration eine überraschende Aussage: Setzt sich der aktuelle Trend fort, wird sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um desaströse vier Grad erwärmen.

An sich ist die Erkenntnis nicht überraschend, so gut wie alle seriösen Wissenschaftler sind sich darin einig – überraschend ist sie, weil sie von der Trump Administration kommt, die bisher fern von jeglicher Realität gegen die Echtheit des Klimawandels argumentiert hat.

Wie hier vielfach dargestellt wäre eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur auf der Erde im Vergleich zum pre-industriellen Level absolut katastrophal. Korallenriffe würden sterben, die Ozeane würden übersäuern, Küstenstädte überall auf der Welt würden unter Wasser stehen und noch stärkere Hitzewellen würden die Landwirtschaft belasten. Unzählige weitere furchtbare Folgen können wir heute noch gar nicht vollständig vorhersagen.

Richtige Erkenntnis, falsche Schlussfolgerung

Das Verrückte ist, welche Schlussfolgerung die Trump Administration aus ihrer späten Erkenntnis zieht. Diese ist regelrecht wahnwitzig. Der Bericht ruft nämlich aufgrund der düsteren Vorhersagen nicht dazu auf, Emissionen zu verhindern und eine Energiewende einzuleiten. Ganz im Gegenteil: Die Analyse schlussfolgert, dass das Schicksal der Erde bereits besiegelt sei.

Das Statement von der National Highway Traffic Safety Administraion (NHTSA) ist einzig und allein ein Instrument, Trump’s Entscheidung zu rechtfertigen, die föderalen Standards für Kraftstoffeffizienz für nach 2020 gebaute Autos und kleine Lastwägen zu lockern. Eine Maßnahme, die natürlich zu erhöhten CO2-Emissionen im Verkehrssektor führen wird.

Nach dem Motto: Auch schon egal

Die Schlussfolgerung des Berichts lautet somit, dass die Gesetzesänderung lediglich ein „Tropfen auf den heißen Stein“ sei und somit kaum eine Rolle spielen würde. Michael MacCracken, langjähriger Wissenschaftler im U.S. Global Change Research Program von 1993 bis 2002 sagt dazu:

„Das Unglaubliche ist, dass sie sagen, diese Aktivitäten führen zu erhöhten CO2-Emissionen und, dass dies desaströse Folgen für Umwelt und Gesellschaft haben wird. Und im gleichen Atemzug sagen sie, dass sie rein gar nichts dagegen unternehmen werden.“

Vergleich zu Obama-Richtlinie als Rechtfertigung

Im Dokument wird projiziert, dass der Anstieg der globale Durchschnittstemperatur um ca. 3,5 Grad steigen wird, unabhängig davon, ob der aus der Obama-Ära stammende Standard für Auspuffrohre zur Minderung von Emissionen für sechs Jahre ausgesetzt wird (wie von Trump geplant).

Des Weiteren äußert sich der Bericht generell pessimistisch, ob seitens der Menschheit überhaupt etwas gegen den Klimawandel getan werden kann. Die Welt bräuchte erhebliche technische Innovationen und ein entsprechendes Umdenken sowie eine Alternative zu aus fossilen Brennstoffen angetriebenem Fahrzeugen und der Wirtschaft im Allgemeinen. Dies ist momentan weder technologisch noch wirtschaftlich machbar, so der Bericht.

Quelle: Washington Post