Subventionen für die Atomenergie

Am Donnerstag lädt die Bundesregierung Vertreter der vier großen Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW ein, um über die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke zu beraten. Eine Entscheidung soll nach Angaben der Kanzlerin erst im Oktober fallen.

Wir haben bereits in einem älteren Artikel begründet, dass der Atomstrom ohne staatliche Subventionen unwirtschaftlich ist. Eine aktuelle Studie vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), die von Greenpeace in Auftrag gegeben wurde, erfasst nun erstmals die öffentlichen Subventionen, die von 1950 bis 2008 in die deutsche Atomenergie geflossen sind.

Die Studie deckte direkte Finanzhilfen des Staates in Höhe von 60,8 Milliarden Euro auf, wobei etwa zwei Drittel auf die Forschungsförderung entfallen. Des Weiteren wurden Steuervergünstigungen in Höhe von 64,8 Milliarden Euro aufgedeckt. Dabei fallen 40,5 Milliarden Euro auf die Steuerbefreiung von Kernbrennstoffen, was eine Begünstigung gegenüber anderen Energieträgern, zum Beispiel Kohle, darstellt. Rechnet man noch den Vorteil der Atomenergie durch den Emissionshandel in Höhe von sechs Milliarden Euro mit ein, kommt eine Stattliche Summe von 131,8 Milliarden Euro heraus. Das entspricht durchschnittlich 3,1 Cent pro Kilowattstunde Atomstrom.

Wäre die Atomenergie nicht subventioniert worden, wäre sie nie wettbewerbsfähig gewesen. Umgerechnet auf 82 Millionen Bundesbürger, trägt vom Säugling bis zum Greis jeder eine Schuldenlast von über 1.600 Euro, die ausschließlich der Atomenergie zuzurechnen ist.

Bemerkenswert ist, dass die Bundesregierung in ihren Subventionsberichten lediglich eine Förderung von 200 Millionen Euro für die Atomenergie ausweist. Und zwar zur Unterstützung der Landwirtschaft nach dem Tschernobyl-GAU.

Die Studie „Staatliche Förderung der Atomenergie im Zeitraum 1950 bis 2008″ kann hier eingesehen werden.

Oliver Hölzinger

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