Stromfresser fliegen in der EU vom Markt

In Zukunft werden Energie verbrauchende Neugeräte in Europa weniger Energie benötigen. Dies hat das europäische Parlament mit einer Ergänzung der Ökodesign-Richtlinie beschlossen. Die Richtlinie, die auch für das Aussterben der Glühbirne verantwortlich ist, hat das Ziel Elektrogeräte umweltfreundlicher zu gestalten. Dazu werden nach und nach Studien zu unterschiedlichen Produktgruppen erstellt und entsprechende Vorgaben zum Beispiel zum Stromverbrauch gemacht.

Im Stand-by-Betrieb dürfen neue Elektrogeräte ab dem 7. Januar maximal zwei Watt verbrauchen. Wenn keine Statusanzeige, zum Beispiel die Uhrzeit, angezeigt wird, sogar nur noch ein Watt. 2013 werden diese Grenzwerte noch einmal auf ein beziehungsweise 0,5 Watt halbiert. Betroffen sind grundsätzlich alle Büro- und Haushaltsgeräte, es sei denn, sie werden von der Ökodesign-Richtlinie extra erfasst. Im Jahr 2020 sollen durch die Maßnahme jährlich 35 Terawattstunden (TWh) Strom eingespart werden.

Ab Juli nächsten Jahres werden auch Kühl- und Gefrierschränke von der Richtlinie betroffen sein. Geräte der Energieeffizienzklasse B wird man dann vergeblich im Fachhandel suchen. Mitte 2012 werden Geräte der Klasse A und Mitte 2014 der Klasse A+ ausgemustert. 2007 lag der Anteil an verkauften A++ Kühlschränken, die ab 2014 Mindeststandart werden, laut Umweltbundesamt bei gerade drei Prozent. Gefriergeräte dieser Klasse wurden zu elf Prozent verkauft.

Weitere betroffene Geräte werden Fernseher sein. Sie dürfen ab dem 20. August kommenden Jahres nur noch so viel verbrauchen, wie ein zurzeit erhältliches Durchschnittsgerät. Ab April 2012 müssen Fernseher, abhängig von der Bildgröße, nochmal 20 Prozent sparsamer werden.

Auch in den kommenden Jahren werden immer weitere Produktgruppen von der Ökodesign-Richtlinie in ihre Schranken gewiesen. Zurzeit stehen unter Anderem Digitale Bilderrahmen auf dem Prüfstand. Außerdem soll der Geltungsbereich auf nicht-elektronische Geräte erweitert werden, um zum Beispiel auch die Dämmwirkung vom Fenstern regulieren zu können.

Oliver Hölzinger

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