Solarzeitalter als Herausforderung für chinesisch-amerikanische Beziehungen

Solar; Bild: shutterstock

Im Jahre 1954 stellten die drei US-amerikanischen Forscher Pearson, Fuller und Chapin die ersten Solarzellen, welche später zur Stromversorgung von Satelliten und Raumfahrzeugen zum Einsatz kamen, her. Mit diesem Erbe im Rücken waren die USA in der Photovoltaikbranche lange Zeit im Vormarsch. Inzwischen ist die chinesische Konkurrenz ebenso in der Modulherstellung auf der Überholspur. Auch aus diesem Grund brechen viele Firmen auf der anderen Seite des großen Teiches ein. So haben die Unternehmen Evergreen Solar, Solyndra und Spectrawatt dieses Jahr Insolvenz angemeldet. China ist dagegen zur Nummer eins der Solarmodulhersteller aufgestiegen. Allen voran steht Suntech Power. Dessen produzierte Solarzellen ergaben im Jahr 2010 eine Leistung von 1.585 Megawatt.

Des Weiteren sind die erfolgreichen Produzenten JA Solar, Yingli und Trina Solar zu nennen. Einige chinesische Hersteller sind uns vom Namen her geläufig, weil diese inzwischen bekannte Fußballclubs mitsponsern. Man kann davon ausgehen, dass schon Ende dieses Jahres an die 50.000 Megawatt Leistung der weltweit hergestellten Module aus China und anderen asiatischen Ländern stammen werden.

Solarfirmen profitieren durch zinsgünstige Kredite

Interessant ist daher die Frage, wie es die Unternehmen schafften, in dieser Branche so schnell Fuß zu fassen. Eine bedeutende Hilfe kommt dabei von der China Development Bank, einem staatlichen Unternehmen. Für die Kredite haftet die Regierung, was den Einfluss der Volksrepublik auf die Entscheidungen erhöht. Beispielsweise erhielt der chinesische Photovoltaik Hersteller Sunergy Mitte August einen Kredit von 160 Millionen Dollar von der besagten Bank, um auf dem Markt mithalten zu können. Sie vergibt nämlich sehr günstige Kredite mit einer längeren Frist als es gemeinhin üblich ist. Dies drückt die Preise enorm nach unten, wogegen die Darlehensgarantie der Amerikaner nicht ankommt. An sich ist die Erschwinglichkeit der Module eine gute Sache. Sie macht es anderen Ländern aber schwer, mitzuhalten. Bevor die chinesische Handhabung verteufelt wird, sollte aber bemerkt werden, dass wahrscheinlich auch Europa und die USA in der Vergangenheit ähnlich günstige Kredite vergaben.

Manche Unternehmen wünschen sich schon die Einführung einer Zollgebühr für chinesische Produkte. Andere setzen sich für Provisionen bei der Installierung heimischer Module ein. Denn der Export von Werkstoffen für die Photovoltaik (Polysilikon) nach China findet nach wie vor statt. Vielleicht sollte statt der Handelsdebatte aber in neue Techniken investiert werden.

Dünnschichtmodule als rettender Anker

Denn es halten sich auch Firmen anderer Herkunft in den Top Six der leistungsstärksten Hersteller. Dazu zählen First Solar aus den USA und Solarworld aus Deutschland. Auch wenn einige Produktionsstätten schon ausgelagert wurden. So befindet sich First Solar auf dem dritten Platz, weil es sich auf Dünnschicht Solarmodule spezialisiert hat. Bei den Photovoltaikmodulen sieht man in den USA dagegen nur noch für das Unternehmen Sunpower eine Zukunft. Einer Prognose der Cleantech Beratung Apricum zufolge werden sich Modulhersteller der USA aber noch auf dem Markt profilieren können – insofern sie Dünnschichtmodule produzieren.

Jenny Lohse

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