Energieziele im Visier

Energieeffizienz; Bild: shutterstock

Die slowenische Regierung will bald ihr neues Energieentwicklungsprogramm bis 2030 vorlegen. Energieeffizienzprojekte sollen stärker gefördert werden. Hierbei sowie bei erneuerbaren Energien will sich auch die Europäische Investitionsbank (EIB) künftig in Slowenien vermehrt engagieren.

Das Programm soll im Frühjahr von der Regierung vorgelegt werden und könnte Schätzungen zufolge bis 2030 Investitionen von mindestens zehn Milliarden Euro auslösen. Wenn es vorgelegt wird, sollen nach einer öffentlichen Debatte die konkreten Energiegroßprojekte festgelegt werden. Umstritten ist vor allem, ob der steigende Strombedarf künftig durch einen neuen Block im Atomkraftwerk Krsko gedeckt werden soll, dessen Laufzeit 2023 endet.

Nutzung von einheimischen Energieträgern

Denkbar wäre auch eine intensivere Nutzung von einheimischen Energieträgern, vor allem Kohle, Wasser und Biomasse. Der im Jahr 2010 angenommene Aktionsplan für erneuerbare Energiequellen geht davon aus, dass die Wasserkraft bis 2020 mit 56 Prozent an der gesamten Stromerzeugung aus regenerativen Quellen beiträgt, gefolgt von Biogas (14 Prozent), Windkraft (zwölf Prozent), Biomasse (zehn Prozent) und Solarenergie (acht Prozent).

Hauptstütze bei der Erschließung erneuerbarer Energiequellen ist der Fluss Save. Vor kurzer Zeit sind Bauarbeiten am unteren Flusslauf für eine dritte Wasserkraftanlage angelaufen. Bis 2018 sollen noch zwei Einheiten folgen. Das Projekt ist allerdings wegen Engpässen bei der Finanzierung der kommunalen Infrastruktur und langwieriger Raumplanungsverfahren stark verzögert.

Aktionsplan für Energieeffizienz

Die Anfang 2010 eingeführte Energieeffizienzabgabe auf alle Energieträger soll nun auch zur Förderung von Energieeffizienzprojekten beitragen. Ein neuer Aktionsplan für Energieeffizienz für den Zeitraum 2011 bis 2016 ist zurzeit in Vorbereitung. Er soll darauf abzielen, die ursprünglich geplanten Einsparungen am Energieendverbrauch von neun Prozent zu übertreffen.

Die EIB will sich künftig in Slowenien beim Ausbau von Übertragungsnetzen, besonders bei „smart grids“, mit günstigen Darlehen engagieren. Einen Schwerpunkt sollen aber auch Energieeffizienz-Projekte und Vorhaben im Bereich erneuerbare Energien bilden. Im Energiebereich ist die EIB zuletzt in Slowenien beim Bau von Wärmekraftwerken und bei Stromübertragungs- und Erdgasnetzen als Kreditgeber aufgetreten.

Daniel Seemann

Add comment