Niederlande setzen auf nachhaltige Energiesysteme

Straße mit Häusern in den Niederlanden

In den Niederlanden sollen bis 2020 jährlich hunderttausende Wohnungen energieeffizient saniert werden. Expertenwissen ist gefragt – auch aus dem Ausland.

Der niederländische Energiesektor zählt zu den neun sogenannten Topsektoren des Landes. Diese von der Regierung definierten Bereiche werden zielgerecht gefördert, um international eine besonders wettbewerbsfähige Rolle spielen zu können. Auch für die Energiebranche wurden daher konkrete Ziele definiert, die bis 2020 erreicht werden sollen. Unter anderem soll bis dahin der CO2-Austoß um 20 Prozent verringert werden und der Gesamtenergieverbrauch zu 14 Prozent aus erneuerbaren Energien bestehen.

Viele sanierungsbedürftige Objekte

Energieeffiziente Sanierungen von Wohnungen und Häusern können hier einen signifikanten Beitrag leisten. Laut Berechnungen des niederländischen Wirtschaftsministeriums verschlingt die vorhandene Bausubstanz in dem Küstenland derzeit ungefähr 35 Prozent des Energieverbrauchs. Außerdem sind die Gebäude des Landes für rund 30 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Der Bereich bietet somit ein großes Potential für Einsparungen. Infolgedessen hat die niederländische Regierung jetzt den Fokus auf nachhaltiges Bauen und insbesondere auf die Sanierung bestehender Immobilien gesetzt.

Bis 2020 soll die Energieeffizienz von rund 3,2 Millionen Gebäuden um 20 bis 30 Prozent erhöht werden. Dies entspricht jährlich in etwa 200.000 bis 300.000 Wohnungen. Bessere Isolierungen, effiziente Heizungsanlagen und der Einsatz erneuerbarer Energiesysteme müssen in zahlreichen Gebäuden nachträglich eingeführt werden. Zusätzlich müssen alle Neubauten ab 2020 in den Niederlanden vollständig energieneutral erfolgen. Das Marktvolumen für die nötigen Baumaßnahmen wird derzeit auf 2,5 bis vier Milliarden Euro geschätzt.

Anreize für Investitionen

Diese Verpflichtung regt private und öffentlich-rechtliche Eigentümer an, in ihre Häuser zu investieren. Fast ein Drittel der Wohnungen und Häuser sind im Besitz von Wohnungsbaugesellschaften. Diese veranlassen auch rund ein Viertel der Neubauten. Um die Investitionen in energieeffizientes Wohnen anzustoßen, hat die Regierung verschiedene Anreize (Steuervorteile, Subventionen und günstige Kredite) eingeführt. Dadurch verstärkt sich insgesamt die Nachfrage nach energieeffizienten Renovierungsmaßnahmen. Für deutsche Bauunternehmer, Installateure und Anbieter nachhaltiger Energiesysteme eine große Chance, ihr Know-how auf dem niederländischen Nachbarmarkt einzubringen. 

Daniel Seemann

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