New York wappnet sich gegen den Klimawandel

New York City

Im Oktober vergangenen Jahres wütete Wirbelsturm ‚Sandy‘ vor der amerikanischen Ostküste. Er verursachte Schäden in Milliardenhöhe. Nun hat New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg einen Plan vorgelegt, um die über 800 Kilometer lange Küste der Metropole vor den Folgen des Klimawandels zu schützen.

Der Sturm, der am 30. Oktober 2012 den Osten der USA heimsuchte und auch eine Vielzahl Menschenleben forderte, hat vielleicht zur Einsicht beigetragen, dass extreme Wetterereignisse in Folge des Klimawandels zunehmen. Zwar war der Schaden in der Millionenmetropole nicht so hoch wie zunächst befürchtet. Aber Teile der Stadt standen unter Wasser, das Nahverkehrssystem musste vorübergehend komplett eingestellt werden und tausende New Yorker waren ohne Strom.

In einem jetzt veröffentlichten Report mit Namen „ClimAID“ heißt es, New York City sehe sich zukünftig ernsthaft mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert. Im Jahr 2050 werden der Studie zufolge rund 800.000 New Yorker in hochwassergefährdeten Gebieten leben, die rund ein Viertel der Stadt ausmachen. Die Folgen seien bereits im nächsten Jahrzehnt zu spüren, mutmaßt eine bundesstaatliche Behörde.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg will daher 20 Milliarden US-Dollar für Klimaschutzmaßnahmen zur Verfügung stellen, um die Millionenstadt künftig vor Stürmen und dem steigenden Meeresspiegel zu schützen. Zum Vergleich: ‚Sandy‘ hat 19 Milliarden US-Dollar gekostet, ein ähnlicher Sturm im Jahr 2050 könnte schon 90 Milliarden US-Dollar kosten. Die Stadt müsse sich auf eine Vielzahl von Herausforderungen einstellen, denn die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels auf New York City seien enorm, erklärt Bloomberg.

Den größten Teil Lower Manhattans sollen bewegliche Flutschutzwände einfassen, bis zu sechs Meter hohe Deiche und Spundwände Teile von Staten Island schützen. Außerdem soll es ein System von Fluttoren und Deichen zur Abschottung des Brooklyn Creek geben. Der Plan sieht auch die Verstärkung oder Aufschüttung von Dünen an weiteren hochwassergefährdeten Küstenabschnitten vor. Das Energieversorgungsnetz sowie kritische Gebäude und Straßenzüge sollen sturmsicher verstärkt und ausgebaut werden. Das sind nur Teile des umfassenden Aktionsplans. Das Papier enthält 250 Empfehlungen zum Schutz der US-Metropole. Finanziert werden soll das Programm vor allem aus städtischen Mitteln. In dem Plan heißt es, dass dafür womöglich Steuererleichterungen zurückgenommen oder zusätzliche Abgaben eingeführt werden müssten.

New York zählt mit seiner insgesamt 836 Kilometer langen Küstenlinie zu jenen Städten, die durch die Folgen des Klimawandels von einem steigenden Meeresspiegel bedroht sind. Örtliche Behörden warnen schon seit langem vor den Folgen. Zwar sind bereits kritische Stimmen gegen das Vorhaben zu vernehmen, etwa weil einige Maßnahmen den Blick auf das Meer, Sichtachsen oder besondere Ausblicke versperren würden. Aber wenn man Leben retten und die Gemeinden schützen wolle, werde man mit neuen Realitäten leben müssen, erklärt Bloomberg.

Josephin Lehnert

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