Neue EU-Richtlinie bekämpft Einwegplastik

Wie hier auf Ibiza häuft sich an europäischen Stränden das Einwegplastik.
Wie hier auf Ibiza häuft sich an europäischen Stränden das Einwegplastik.

Über 80 Prozent des Mülls, der in den Weltmeeren treibt, besteht aus Plastik. Aufgrund der langen Lebensdauer gefährdet der schwimmende Plastikmüll Umwelt, Tiere und Menschen. Am Montag hat die EU-Kommission nun einen ersten Schritt zur Bekämpfung des Plastikmüll-Problems gemacht. Das Einwegplastik, das rund 70 Prozent des Mülls an europäischen Stränden ausmacht, wird stark eingeschränkt. Die EU-Richtlinie bekämpft Einwegplastik mit unterschiedlichen Maßnahmen. Einige Produkte aus Einwegplastik, wie etwa Kunststoffbesteck oder Strohhalme, werden komplett verboten.

Die EU-Richtlinie bekämpft Einwegplastik so umfassend, dass selbst kritische Umweltverbände grundsätzlich zufrieden sind. Aus Sicht des WWF etwa ist die Initiative ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die EU-Richtlinie betrifft die zehn am meisten am Strand weggeschmissenen Einwegplastik-Produkte. Einige der Produkte aus Kunststoff sollen mit sofortiger Wirkung verboten werden. Darunter befinden sich Ohrstäbchen, Strohhalme oder Wegwerfgeschirr. Zu diesen Produkten gibt es bereits vernünftige, plastikfreie Alternativen. Weiterhin verpflichtet die Kommission die EU-Staaten dazu, die Nutzung sogenannter Food-Container und Plastikbecher stark einzuschränken.

Einwegplastik nur die Spitze des Müllbergs

Aus WWF-Sicht erfreulich sind die konkreten Vorgaben für Einwegflaschen. Bis 2025 müssen 90 Prozent zum Recycling wieder eingesammelt werden. Auch die Maßnahme, Hersteller von Einwegbechern oder Filterzigaretten finanziell zur Entsorgung ihrer Produkte und zur Reinigung der Strände zu verpflichten, hält der Umweltverband für richtig. Das Prinzip der  erweiterten Produktverantwortung müsse man jedoch für alle Verpackungen in Europa umsetzen.

„Der Fokus auf Einwegprodukte unserer Fastfood- und Take-Away-Kultur darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei Verpackungen und Mikroplastik weiterhin dringender Handlungsbedarf besteht. Es ist nun an EU-Parlament und Ministerrat die Richtlinie mit klaren Reduktionszielen zu versehen, wo diese fehlen“, fordert Heike Vesper, Leiterin Meeresschutz beim WWF Deutschland.

Zu begrüßen ist, dass die EU-Kommission nicht willkürlich bestimmte Plastikprodukte verbannen will. Stattdessen betreffen die Maßnahmen die zehn Produkte aus Einwegplastik, die am häufigsten an Stränden gefunden wurden. Für die EU-Richtlinie sammelte man seit 2016 repräsentative Daten an 276 Stränden in 17 EU-Staaten. Dabei wurden über 350.000 Objekte nach ihrer Häufigkeit geordnet. Die EU-Richtlinie gilt nun für die zehn am häufigsten vorkommenden Einwegplastik-Produkte.

Quelle: EU-Kommission, WWF

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