Mehr Energieeffizienz im Wohnungsbau

Mexikanische Flagge; Bild: shutterstock

Die mexikanische Regierung – genauer gesagt das Energieministerium – möchte die Energieeffizienz stärker fördern. Im staatlich geförderten Wohnungsbau sollen ab 2011 nur noch Kredite für energiesparende Projekte vergeben werden. Hinzu kommen Anreize für die Industrie, ihren Energiebedarf künftig vermehrt durch eigene Stromerzeugung zu decken.

Dies geht aus der jüngsten Nationalen Energiestrategie hervor. Die Regierung fördert Stromeinsparungen in sieben Sektoren, zu denen auch energieeffizientes Bauen gehört. Künftig müssen Bauherren beispielsweise Solarkollektoren für die Warmwasserbereitung einplanen und Wände und Dächer stärker isolieren.

Vorgaben bisher nur teilweise umgesetzt

Der Erfolg des Programms ist jedoch von einer wirksamen Kontrolle abhängig. Normen für eine energieeffiziente Isolierung bestehen zwar bereits seit Ende der 1990er Jahre. Sie werden jedoch kaum kontrolliert und deshalb selten erfüllt. Für die Energieeffizienz gelten zurzeit die Vorgaben des Programms für Nachhaltige Energienutzung (Pronase) von 2009, die jedoch nur teilweise umgesetzt sind.

So sieht Pronase unter anderem Grenzwerte für neue Pkw und Lkw vor. Und auch die Einfuhr von Gebrauchtwagen, die derzeit vor allem aus den USA auf den mexikanischen Markt gelangen, soll entsprechenden Einschränkungen unterworfen werden. Die Normen dafür sollen noch in diesem Jahr definiert werden.

Neben dem Transportsektor sieht die Regierung kurzfristig große Sparpotenziale in der Beleuchtung. Bis 2012 sollen durch Energieeffizienzmaßnahmen 43 Terawattstunden eingespart werden. Allein 40 Prozent davon sollen durch eine effizientere Beleuchtung erreicht werden.

Stromproduktion für die Eigenversorgung

Die Industrie soll vor allem Anreize erhalten, Strom für die Eigenversorgung zu produzieren. So kann ein Unternehmen Abwärme aus Produktionsprozessen oder entstandene Nebenprodukte, aber auch Biogas, für die Stromerzeugung nutzen. Die Ausrüstungen können zollfrei eingeführt werden und der Strom kann ins Netz des Elektrizitätsmonopolisten CFE (Comisión Federal de Electricidad) eingespeist und verkauft oder zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Aufgrund der hohen Stromtarife für die Industrie können sich derartige Projekte bereits nach einigen Jahren amortisieren.

Das Bewusstsein für solche Einsparmöglichkeiten ist jedoch noch nicht sehr ausgeprägt. Zudem können zwar Ausrüstungen zollfrei eingeführt werden, nicht aber Verbrauchsmaterialien für deren Betrieb. Die Projekte sind auch meist so klein, dass sich eine Beantragung von Emissionszertifikaten nicht lohnt.

Daniel Seemann

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