Zwischenbericht: Runder Tisch gegen Meeresmüll

Meeresmüll: Der Runde Tisch will das Meer von Plastikmüll befreien.
Immer mehr Plastik schwimmt in unseren Meeren.

Unsere Meere versinken immer mehr im Plastikmüll. Nicht ohne Grund gilt diese Verschmutzung als eines der wichtigsten Umweltprobleme. Aus diesem Grund existiert seit über einem Jahr der Runde Tisch gegen Meeresmüll. Er soll helfen, das Wasser der Nord- und Ostsee wieder sauberer zu machen. Nun tagte der Runde Tisch zum zweiten Mal und legte bereits seinen ersten Zwischenbericht vor.

Anlässlich des hohen Plastikanteils in unseren Meeren wurde im März des letzten Jahres der Runde Tisch gegen Meeresmüll in Leben gerufen. Er soll dazu dienen, Maßnahmen gegen die weitere Belastung unserer Meere zu erarbeiten und sich um deren Umsetzung zu kümmern. Außerdem soll er ein gesellschaftliches Problembewusstsein in diesem Bereich fördern. Als Orientierung dienen dazu die Vorgaben der europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinien, deren Ziel Meere ohne Abfallbelastung darstellen. Zusätzlich versucht die Arbeitsgruppe noch weitere Handlungsoptionen gegen Meeresmüll zu entwickeln.

Wie wichtig dieses Vorgehen ist, zeigen Ergebnisse mehrerer Meeres-Monitoringprojekte an Nord- und Ostsee: auf 100 Meter Ostseestrand finden sich 70 Müllteile. Am Nordseestrand sind es sogar knapp 400. Auf dem südlichen Nordseeboden befinden sich pro Quadratkilometer durchschnittlich elf Kilogramm Abfall. Von alldem sind mehr als 70 Prozent Kunststoffe. Und auch die Tierwelt weist derartige Zahlen vor: in den Mägen fast aller toten Eissturmvögel an deutschen Nordseestränden wurden Kunststoffe gefunden.

Zweite Runde

Nun geht der Runde Tisch in die zweite Runde. Die Runde besteht aus Vertretern aus Fischerei und Schifffahrt, Kunststoffindustrie, Kommunalbehörden und -politiker, Tourismus, Umweltverbände und vielen mehr. Am Mittwoch legten die Arbeitsgruppen in einem Zwischenbericht ihre ersten Ergebnisse vor. Darin enthalten ist die Erhebung der Eintragswege von Kunststoffabfällen und Mikroplastik in die Meere. Außerdem beinhaltet er Vorschläge, um diese Thematik mehr in die Lehrpläne an Schulen einzubringen.

Einer der erarbeiteten Maßnahmen ist die Fishing for Litter-Initiative: Denn Fischer ziehen mit Ihren Netzen auch immer viel Müll an Bord. Dazu bekommen sie nun große Müllsäcke, mit denen sie den Abfall sammeln und zurück in den Hafen transportieren können. Dies soll gleichzeitig auch die Bewusstseinsbildung der Fischer unterstützen. Damit dies nicht erst auf See geschieht, gibt es nun auch ein extra Unterrichtsmodul für Fischwirte an der Berufsschule Rendsburg. Hier dient der Runde Tisch als ideale Plattform, um Informationen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Die Initiatoren des Runden Tisches Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, Niedersachsens Umweltministers Stefan Wenzel und Präsidentin des Umweltbundesamtes Maria Krautzberger sind sehr erfreut über die Entwicklung der Arbeitsgruppen. „Das Besondere an dieser Empfehlung ist, dass Experten der Umweltverbände, der Schifffahrt, der Hafenbehörden und -betreiber, aus der Kunststoffindustrie sowie aller anderen Mitwirkenden der AG dieses Papier gemeinsam erarbeitet haben“, so Wenzel. Auch Hendricks lobt das gut funktionierende Netzwerk. Denn es habe in letzter Zeit merklich zur weiteren Bewusstseinsbildung beigetragen und bereits viele lokale Aktionen angestoßen. „Die Politik hat damit einen starken Ratgeber und Mahner gewonnen, um das Meeresmüllproblem zu lösen.

Quelle: BMUB

Meeresmüll

https://www.cleanenergy-project.de/duh-fordert-massnahmen-gegen-verhuellung-der-meere/