Landwirtschaft – Keine Förderung ohne Umweltmaßnahmen

Die Förderung in der Landwirtschaft soll künftig an Umweltmaßnahmen gekoppelt sein.
Wer finanzielle Förderungen für seine Landwirtschaft aus EU-Mitteln haben möchte, muss diese künftig bindender für Umweltmaßnahmen verwenden.

Nach den heißen Sommermonaten steht die Landwirtschaft vor einem großen Problem. Die Hitze hat der Ernte einen großen Dämpfer versetzt und auch die Tiere leiden, unter Anderem, weil es für sie an Futter mangelt. Derzeit laufen die Verhandlungen, in welchem Maß die Regierung die betroffenen Bauern finanziell unterstützt. Wie mit dem Thema Hitze bei der Förderung von Landwirten umgegangen wird, ist einer der Aspekte der gemeinsamen Agrarpolitik der EU. Bald steht die neue EU-Agrarreform. Dazu haben sich gestern Umweltsekretär Jochen Flasbarth und Landwirtschafts- und Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus beraten.

Die gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) regelt für jeweils sieben Jahre die Förderung der Landwirte in Europa. Dabei wird auch berücksichtigt, auf welche Umweltanforderungen sich eingestellt werden muss. Im Jahr 2020 beginnt eine neue Förderungsperiode und momentan beraten Europäischer Rat, Europäisches Parlament und Europäische Kommission über mögliche Änderungen. Die Bundesregierung setzt sich in ihren Vorschlägen für mehr Klima-, Umwelt- und Naturschutz in der Landwirtschaft ein.

Extremwetterlagen werden Landwirtschaft immer mehr betreffen

Dazu fand diese Woche auch ein Treffen zwischen Umweltsekretär Jochen Flasbarth und Landwirtschafts- und Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus statt. Ein vorgelegtes Konzept von Mecklenburg-Vorpommern sieht vor Landwirte bei Umwelt- und Naturschutzleistungen mehr zu fördern, als es bisher der Fall ist. Landwirtschaftsminister Backhaus bemerkt, dass Extremwetterlagen, wie die diesjährige Hitze oder Überschwemmungen des letzten Jahres immer häufiger vorkommen. Daher hat er ein klares Ziel:

„Die Kompensation der entstandenen Schäden überfordert die Landwirte ebenso wie die Gesellschaft. Deshalb muss der bisherigen Marktorientierung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik eine klare Umweltorientierung entgegengesetzt werden. Die künftige europäische Agrarpolitik muss es den Landwirten ermöglichen, mit Umweltleistungen Geld zu verdienen – so wie wir es mit dem Modell aus Mecklenburg-Vorpommern zur gemeinsamen europäischen Agrarpolitik nach 2020 vorschlagen“, so Backhaus.

Förderung sollen an bestimmte Leistungen geknüpft sein

Vor allem im Naturschutz fehlen derzeit effiziente Maßnahmen. Zusammen wollen Flasbarth und Backhaus sich nun dafür einsetzen. Und sie bekommen Rückendeckung. Auch die Staatssekretäre der Umweltministerien der anderen Bundesländer meinen, dass die Reform der gemeinsamen EU Agrarpolitik Umweltaspekte stärker berücksichtigen sollte. Für Staatssekretär Flasbarth zeigt die momentane Situation ganz klar, dass es sich für Landwirte auszahlt vermehrt in die Anpassung an den Klimawandel zu investieren.

„Dafür brauchen die Landwirte finanzielle Mittel. Diese stünden in der EU-Agrarförderung bereit, dazu muss diese aber entsprechend ausgerichtet werden“, so Flasbarth.

Die Förderung soll dabei die Anforderungen von Umwelt und Gesellschaft stärker in die Landwirtschaft integrieren. Nur so könne man die öffentlichen Zahlungen auf Dauer rechtfertigen.

„Da viele Umwelt- und Naturschutzleistungen der Landwirte auch der Klimaanpassung dienen, sollten die EU-Gelder für die Landwirtschaft endlich auch stärker an solche Leistungen geknüpft werden. Ich begrüße, dass Mecklenburg-Vorpommern hierzu ein umfassendes, ehrgeiziges Konzept entwickelt hat.“

Quelle: BMU, NDR