Erneuerbare Energien sind nötig

Japan; Bild: shutterstock

Die japanische Politik setzte in den letzten Jahrzehnten immer mehr auf Atomenergie zur Versorgung des Strombedarfs des Landes. Dabei war Japan in Sachen Energieeffizienzprogramme und auch bei der Nutzung der erneuerbaren Energien in der Vergangenheit teilweise weltweit führend.

Heute machen die Erneuerbaren lediglich noch 3,4 Prozent der japanischen Energieversorgung aus. Obwohl die Bedingungen für die Nutzung von Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie und Tiefengeothermie hervorragend sind. Nach den verheerenden Naturkatastrophen und dem Atomdesaster der letzten Wochen ist ein Umdenken nötig.

In Japan waren bis zum Erdbeben am 11. März 2011 insgesamt 54 Atomreaktoren in Betrieb (zum Vergleich: In Deutschland sind es nur 17 Meiler), die für 30 Prozent des Strombedarfes sorgten.

Keine verpflichtende Abnahme von regenerativ erzeugtem Strom

Beim Klimagipfel in Cancún drängte die japanische Regierung zusammen mit Russland und Kanada noch auf ein Auslaufen der Kyoto-Verpflichtungen nach 2012. Die Einführung einer EEG ähnlichen, verpflichtenden Abnahme von regenerativ erzeugtem Strom scheiterte in Japan regelmäßig gegen das Veto der zehn als Gebietsmonopolisten agierenden Netzbetreiber.

Auch im Rahmen des Renewable Portfolio-Standards (RPS) mussten Japans Energieversorger bisher nur nachweisen, dass sie lediglich 1,35 Prozent ihrer Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln fiel der Anteil der Erneuerbaren an der japanischen Stromversorgung seit den 1960er Jahren von anfänglich 50 auf heute nur noch 9,6 Prozent, wobei dreiviertel davon auf Wasserkraft entfallen.

Kein Mangel an erneuerbaren Energieträgern

In Japan herrscht jedoch kein Mangel an erneuerbaren Energieträgern, die den Anteil der Kernkraft an der japanischen Stromerzeugung übernehmen könnten: Japan ist vom Meer umgeben (Windenergie), ist ein gebirgiges Land (Wasserkraft), hat eine viel höhere solare Einstrahlung als Mitteleuropa (Sonne) und verfügt über ein großes Geothermiepotential.

Außerdem hat Japan seit Ende der 90er Jahre das beste Effizienzprogramm zur Minderung des Energieverbrauchs technischer Geräte, das sogenannte „Top Runder Programm“. Es funktioniert so, dass zu einem bestimmten Stichtag eine Marktübersicht erstellt wird. Der Verbrauch der effizientesten unter den gesichteten Geräten wird dann zum Standard für die Branche erhoben, der zu einem bestimmten Zeitpunkt (fünf bis sieben Jahre) von allen Herstellern erreicht werden muss. Erfüllt ein Hersteller nach Ablauf der Frist die neuen Effizienzstandards nicht, dann drohen ihm Strafzahlungen und Verkaufsverbot.

Daniel Seemann

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