Revolution im Energiesektor

Gasflamme; Foto: shutterstock

Israels Erdgaswirtschaft steht vor einem Boom. Nachdem Ende Dezember ein Offshore-Fund die bekannten Reserven nahezu verdreifacht hat, zeichnete sich ein Kompromiss in dem zwischen Investoren und Regierung entbrannten Besteuerungsstreit ab. Damit wurden die Weichen für eine Welle von Investitionen in die Erschließung, den Transport sowie in die Verflüssigung von Erdgas für Exportzwecke gestellt. Nach der Entdeckung des neuen Gasfeldes vor der israelischen Küste liegen die heute bekannten Erdgasreserven des Landes bei etwas über 700 Milliarden Kubikmetern.

Für das bis dato an eigenen Energiequellen arme Land bedeuten die Funde, denen nach Schätzung von Geologen in den kommenden Jahren weitere folgen könnten, eine ökonomische Umwälzung. Durch bereits bekannte Erdgasvorkommen sowie Gasimporte aus Ägypten kann der schnell steigende israelische Eigenbedarf für mehr als zwei Jahrzehnte gedeckt werden. Dies bedeutet, dass zumindest ein Großteil der jetzt gefundenen Erdgasvorkommen exportiert werden kann.

Erhebliche Erschließungskosten

Aus den positiven Perspektiven der israelischen Erdgaswirtschaft ergibt sich ein massiver Investitionsbedarf. Allein der für die Erschließung der bisher bekannten Gasfelder erforderliche Kapitalaufwand wird auf rund drei Milliarden US-Dollar geschätzt. Über die voraussichtlichen Erschließungskosten für das neue Gasfeld wurden bisher keine Schätzungen veröffentlicht, doch wird es sich auch hierbei um erhebliche Beträge handeln.

Einem Bericht der Wirtschaftszeitung Globes zufolge hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gegenüber der griechischen Regierung aber auch die Verlegung einer unterseeischen Exportpipeline nach Griechenland ins Gespräch gebracht. Eine weitere Idee ist die Verlegung einer Pipeline zu einer ägyptischen Verflüssigungsanlage, über die dann der Weitertransport des Erdgases erfolgen könnte.

Neue Fördermöglichkeiten für Investoren

Derweil zeichnet sich ein Kompromiss in dem 2010 zwischen der Regierung und Investoren entbrannten Streit über eine Neugestaltung der Besteuerung von Erdgasförderung ab. Ursprünglich hatte eine vom Finanzministerium einbestellte Kommission die Anhebung der Steuer- und Abgabenquote auf bis zu 66 Prozent des Förderwertes favorisiert.

Nach massiven Protesten und Rückzugsdrohungen von Investoren modifizierte die Kommission jedoch ihren Vorschlag in wesentlichen Punkten und legte Anfang Januar 2011 eine neue Version vor. Danach soll die Gesamthöhe der Lizenzgebühren und Steuern gegenüber der ersten Fassung sinken, während die Abschreibungsmöglichkeiten verbessert werden. Zudem sollen für Investoren, die innerhalb von drei Jahren die Förderung aufnehmen, günstigere Übergangsbestimmungen gelten.

Daniel Seemann

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