Gutachten empfiehlt strenge Auflagen für Fracking

Parlametarische Staatssekretärin Katherina Reiche, Bundesumweltminister Peter Altmaier und der Präsident des UBA Jochen Flasbarth

Die Fracking-Technologie ermöglicht die Erschließung von Erdgas aus sogenannten unkonventionellen Lagerstätten tief unter der Erde. Ein aktuelles Gutachten des Bundesumweltministeriums und des Bundesumweltamtes spricht sich nun zwar nicht gegen ein generelles Verbot aus, empfiehlt aber schrittweises Vorgehen und strenge Auflagen beim Einsatz der umstrittenen Tiefbohrtechnik. Unter anderem sollte „Hydraulic Fracturing“ laut den Gutachtern in Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebieten komplett verboten werden.

Die Studie beruft sich in erster Linie auf das Fehlen von wissenschaftlich fundierten Kenntnissen, insbesondere über die möglichen Auswirkungen auf das Grundwasser. Neben der ungeklärten Entsorgung des anfallenden Abwassers ist vor allem der Einsatz tausender Tonnen zum Teil gesundheits- und umweltgefährdender Chemikalien umstritten. Diese werden in einem Flüssigkeitsgemisch tief unter die Erde gepresst und sollen durch Risse im Gestein das Erdgas nach oben strömen lassen.

Beim Einsatz dieser Chemikalien fordert die interdisziplinäre Gutachtergruppe lückenlose Informationen über die genauen Eigenschaften und die verwendete Menge. Solange die Bohrgesellschaften daraus ein Geheimnis machen, raten die Gutachter ganz klar von einer Genehmigung des Verfahrens und einer großflächigen Erschließung unkonventioneller Erdgasvorkommen durch „Hydraulic Fracturing“ in Deutschland ab. Sie empfehlen stattdessen schrittweises Vorgehen in wissenschaftlich und behördlich eng begleiteten Einzelvorhaben.

Außerdem sollte es überall, wo die Frackingtechnologie eingesetzt werden könnte, eine obligatorische Umweltverträglichkeitsprüfung geben, die auch Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, als „besonders wichtig“ bezeichnet. Um effizienten Umweltschutz zu gewährleisten, sollte des Weiteren das Bergrecht so geändert werden, dass die umwelt- und sicherheitsrechtliche Genehmigung und Überwachung bergbaulicher Vorhaben beim Umweltministerium liegt.

Zusammengefasst präsentiert die aktuelle Studie ähnliche Ergebnisse und Empfehlungen, wie auch die Anfang des Jahres veröffentlichte „Risikostudie Fracking“ des Neutralen Expertenkreises. Ob das allerdings zu einer Entschärfung oder gar einem Ende der Diskussionen rund um das Reizthema Fracking führen wird, bleibt abzuwarten. Zumindest Bundesumweltminister Peter Altmaier gibt sich zuversichtlich, dass wir eine für Alle akzeptable Lösung der Fracking-Problematik finden werden“.

Matthias Schaffer

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