Großes Vorbild: Jim Mather

Von ihm dürften sich die Politiker hierzulande getrost eine dicke Scheibe abschneiden, wenn das Thema um den Ausstieg aus dem Ausstieg aufflammt. Wenn es nach Schottlands Minister für Wirtschaft, Energie und Tourismus Jim Mather geht, so werden dort in Zukunft keine neuen Kernkraftwerke errichtet. Stattdessen konzentriert sich Schottland auf einen starken Ausbau der erneuerbaren Energien, saubere Kohlekraft, sowie eine Erweiterung der CO2-Abscheidung und -Speicherung.

Schon jetzt steht Schottland kurz davor, seine Ziele, bis 2011 rund 31 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken, zu überschreiten! Bis zum Jahr 2020 soll die 50 Prozentmarke beim grünen Strom erreicht werden und überdies der Gesamtenergiebedarf Schottlands zu 20 Prozent aus regenerativen Quellen gewonnen werden. Energie aus Wind und Wellen helfen bei der Umsetzung der ehrgeizigen Pläne, denn anstatt auf Kernenergie, setzt das Land auf den Ausbau der Erneuerbaren. Sowohl für die Bereiche Offshore-Windenergie, als auch für die Meeresenergie strebt Schottland einen Ausbau der industriellen Infrastruktur vor der Küste an. Grundlegende Einrichtungen gibt es diesbezüglich bereits. So steht auf den Orkneyinseln das größte und einzigartige Testzentrum für Meeresenergie-Technologien weltweit. Bis 2020 ist im European Marine Energy Centre (EMEC) eine installierte Meeresenergieleistung von 700 Megawatt geplant.

Nicht nur die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen, sondern auch die Emissionsverringerung gehört zu den Plänen des Jim Mathers. 50 Prozent weniger Emission bis 2050 lautet sein Vorsatz, der dank der Sichtweise der Regierung durchaus realisierbar erscheint. In Schottland wird, anders als in Deutschland, nicht mit Laufzeitverlängerungen von Kernkraftwerken geliebäugelt. Im Gegenteil, die schottische Regierung distanziert sich von nuklearer Energie und investiert stattdessen in die Weiterentwicklung und den Ausbau grüner und sauberer Energietechnologien. Eine Einstellung mit Weitblick, denn die Kosten und Risiken, sowie die ungelösten und kaum kalkulierbaren Probleme der Lagerung nuklearer Abfälle erscheint der schottischen Regierung mit Sicht auf die kommenden Generationen als nicht tragbar. Schön, wenn sich deutsche Politiker an dieser Sichtweise ein wenig orientieren würden.

Judith Schomaker

Add comment

Über das CleanEnergy Project

Das CleanEnergy Project ist ein non-profit Online-Magazin für alle Menschen auf der Suche nach mehr Nachhaltigkeit.

Das Team von CleanEnergy Project will Gestalter und nicht nur Zuschauer unserer Zeit sein.

Wir heißen alle willkommen, die sich uns als Autoren unserer Zeit anschließen möchten und bieten dafür unsere Plattform, das CleanEnergy Project.