Großbritannien zieht nach

Auch in Großbritannien werden alternative Energien in den Focus von Politik und Unternehmen gerückt. Die globale Angst vor „peak oil“ und Klimawandel scheint auch das Eiland erreicht zu haben. Der neue Gesetzesentwurf, der vom britischen Energieminister Miliband bereits angekündigt wurde, soll den Ausbau erneuerbarer Energien attraktiver machen. Ein Entwurf, der schon lange überfällig war, denn im europäischen, aber auch im weltweiten Vergleich ist das Potenzial der erneuerbaren Energien in England besonders hoch.

Das hohe Potenzial ist in England in Wasserkraftwerken (Gezeiten- und Wellenkraftwerken), sowie in der Windenergie zu suchen, weniger im Solarbereich, obwohl die moderne Entwicklung in dieser Richtung mit der recht geringen Sonneneinstrahlungen auf dem Eiland dennoch nicht außer acht gelassen werden sollte und auch bei den Fördermaßnahmen Beachtung findet. Weiterer Gegenspieler für die erst jetzt verfolgten Förderungen durch den Staat sind die zahlreichen Bodenschätze. Besonders Schottland verfügt über reichhaltige fossile Brennstoffvorräte wie Öl-, Gas- und Kohlereserven. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat sich Großbritannien große Ziele gesteckt, um die schottische Elektrizitätsproduktion mehr und mehr aus regenerativen Quellen zu schöpfen.

Beleuchtet man den Gesetzesentwurf und die damit verbundenen Fördermaßnahmen jedoch genauer, erscheint das britische Programm viel zu bescheiden. Im April 2010 soll der Einspeisetarif in Kraft treten und bis 2020 nur zwei Prozent des Strombedarfs des Eilandes aus erneuerbaren Energien gedeckt sein. Lediglich Projekte unter fünf Megawatt fallen unter die neue Einspeisevergütung, die der Bevölkerung den Anreiz geben soll, weniger Strom zu verbrauchen, um durch die Einspeisung ins öffentliche Netz in den Genuss der Vergütung für alternativ produzierten Strom zu kommen.

Angesichts des hohen Potenzials, welches die Insel in punkto erneuerbare Energien zu bieten hat, ein geradezu lächerliches Ziel, dennoch ein Schritt in eine innovative Energiepolitik, die längst überfällig war.

Mehr interessante Gesetze aus dem Bereich erneuerbare Energien gibt es auf der Homepage des Experten für Einspeisetarife Paul Gipe.

Judith Schomaker

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