Großbritannien will erneuerbare Energien ausbauen

Windkraftanlagen; Foto: shutterstock

Ende Juni hat die britische Regierung ihre neuen Energy National Policy Statements (NPSs) veröffentlicht, die regelmäßig ein Rahmenwerk für Entscheidungsträger im Energiebereich darstellen und dieses Mal deutlich den Bedarf an Investitionen in erneuerbare Energiequellen im Königreich herausstellen.

Den aktuell veröffentlichten Statements zufolge sollen bis zu 33 Gigawatt frische Kapazitäten erneuerbarer Energienin Großbritannien hinzukommen. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, das Ziel des Inselreichs, bis 2020 15 Prozent seines Bedarfs an Energie durch Erneuerbare zu decken, zu erreichen. Allerdings wurden in den Statements laut britischer Regierung auch acht neue Standorte identifiziert, an denen neue Kernkraftwerke gebaut werden könnten.

Neue Energiekapazitäten benötigt

Großbritanniens Energieminister Charles Hendry prognostiziert, dass rund ein Viertel der heute noch in Großbritannien bestehenden Produktionskapazitäten am Ende der laufenden Dekade nicht mehr am Netz sein werden. Das Land müsse daher notwendigerweise diese zukünftig nicht mehr vorhandenen Kapazitäten durch eine „sichere, umweltfreundliche und bezahlbare neue Energiebereitstellung“ ersetzen.

Die britische Regierung erwartet Kosten in Höhe von bis zu 100 Milliarden britischen Pfund, um allein die Stromerzeugung sicher zu stellen. Damit würde sich die Invetitionssumme, die in dieser Dekade für Energiemaßnahmen benötigt werden würde, gegenüber der vergangenen Dekade verdoppeln. Eine Vorausetzung dafür, dass sich die Industrie daran beteiligt, wäre allerdings so viel Planungssicherheit wie möglich. Die neuen NPSs sollen hier die Richtung festlegen und müssen noch im britischen Parlament diskutiert werden. Auch die Öffentlichkeit soll an der Diskussion beteiligt werden.

Überarbeitete Vergütung von erneuerbaren Energien

Gleichzeitig zu den NPSs wurde vom Department of Energy and Climate Change (DECC) der neue „Action Plan for Microgeneration“ veröffentlicht, der Änderungen für die Förderung und Vergütung von erneuerbaren Energien im Rahmen des Microgeneration Certification Scheme (MCS-Schema) enthält. Laut DECC soll dieses im Sommer 2011 in Großbritannien überarbeitet werden.

Daniel Seemann

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