Großbritannien kürzt Solarförderung

Großbritannien; Bild: shutterstock

Die britische Regierung hat eine drastische Kürzung der Einspeisevergütung für große PV-Anlagen eingeleitet. Das britische Energieministerium (Department for Energy and Climate Change, DECC) will dadurch erreichen, dass von den seit April 2010 geltenden Einspeisetarifen für Photovoltaikanlagen nicht nur wie bisher vor allem Großinvestoren, sondern auch Besitzer und Anbieter von kleinen PV-Anlagen profitieren.

Die Einspeisetarife zur Förderung der Stromerzeugung mittels PV-Anlagen mit einer Kapazität von mehr als 50 Kilowatt Peak werden dementsprechend zwischen 40 und 72 Prozent gekürzt. Die neuen, ab Anfang August 2011 geltenden Vergütungsraten gelten nicht rückwirkend für bereits angemeldete Projekte, sondern nur für neue Projektanträge.

Kleine PV-Anlagen sollen maximal profitieren

Diese Maßnahme war in der Branche bereits seit längerem erwartet und kritisiert worden. Durch die massiven Kürzungen werde die Wirtschaftlichkeit von größeren PV-Anlagen auf den Dächern von Schulen, Kaufhäusern, Supermärkten und anderen gewerblichen Gebäuden drastisch eingeschränkt, wie Branchenvertreter wie beispielsweise die Solar Trade Association (STA) verlauten ließen. Damit gebe es nun erheblich geringere Anreize für die Installation derartiger Systeme.

Das britische Energieministerium ist hingegen bemüht, die positiven Aspekte der neuen Regelungen hervorzuheben. Das Gros der für das Förderprogramm bereitgestellten Gelder in Höhe von rund 410 Millionen Euro sei bisher von Großinvestoren abgerufen worden, hieß es im DECC. Die Regierung müsse einschreiten und sicherstellen, dass auch Hausbesitzer mit kleinen PV-Anlagen (kleiner als 50 Kilowattpeak) maximal von dem Förderprogramm beziehungsweise den Einspeisetarifen profitieren.

Einspeisevergütung für Biogas steigt

Des Weiteren sollen auch andere Technologien wie kleine Windkraftanlagen, kleine Wasserkraftwerke und Biogasanlagen dadurch attraktiver gemacht werden. Für letzteres Segment soll die Einspeisevergütung für kleine Anlagen (kleiner als 250 Kilowattpeak) von 12,1 auf 14 Pence je Kilowattstunde angehoben werden.

Das DECC hatte im Februar 2011 mit der vorzeitigen Überprüfung des im April 2010 eingeführten Einspeisetarifs begonnen, da sich zu diesem Zeitpunkt die angemeldeten Projekte im PV-Anlagensegment mit mindestens 50 Kilowatt bereits auf eine geplante Kapazität von schätzungsweise insgesamt 169 Megawatt summierten – deutlich mehr als von der Regierung ursprünglich erwartet worden war.

Daniel Seemann

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