Goldener Brennstab des Monats geht an CSU-Politiker

Goldener Brennstab des Monats geht an CSU-Politiker

Die Organisation Women in Europe for A Common Future (WECF) ist ein Netzwerk aus 100 Frauen- und Umweltorganisationen in 40 Ländern Europas, Zentralasiens und des Kaukasus und setzt sich vor allen Dingen in den Bereichen Chemikalien, Wasser, Sanitäre Anlagen, Landwirtschaft und Energie für eine Gesunde Umwelt für alle ein. WECF nutzt das Potential besonders von Frauen, um Umwelt, Gesundheit und Ökonomie in Balance zu bringen.

Das Netzwerk unterstützt mit Partnerorganisationen konkrete Bedürfnisse der Menschen vor Ort, setzt lokal praktische Lösungen um und beeinflusst Politik auf internationaler Ebene. WECF hat UN-Status und ist offizieller Partner des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).

Mit dem „Goldenen Brennstab des Monats“ zeichnet WECF jeden Monat eine Person des öffentlichen Lebens für ein im negativen Sinne besonderes Statement zum Thema Atomenergie aus. Die Verleihung des Goldenen Brennstabes soll herausstellen, mit welchen argumentativen Mitteln oft unterschwellig Lobbyarbeit für die Laufzeitverlängerung von Krenkraftwerken und damit für die Akzeptanz bei der Bevölkerung einer entsprechenden Entscheidungsfindung bei der schwarz-gelben Bundesregierung geworben wird. Der „Goldene Brennstab“ ist eine Kerze. Er wird per Post an den jeweiligen Preisträger gesendet.

Im Februar 2010 wird der „Goldene Brennstab des Monats“ an Josef Göppel (CSU) für den folgenden Kommentar zum Thema „Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken“ in der ZDF-Sendung „heute“ vom 21.01.2010 verliehen:

„Der Zuschlag [für eine Laufzeitverlängerung von Krenkraftwerken] muss sich danach bemessen, wie viel Zeit wir noch brauchen, um die Kernkraft durch erneuerbare Energien zu ersetzen.“

In der fachlichen Begründung weist der WECF darauf hin, dass dieser Ausspruch von Göppel viele wissenschaftlich erwiesene Szenarien ignoriert, die die erneuerbaren Energien und den Ausbau dezentraler Energieversorgungssysteme ohne Einschränkung als vollwertigen Ersatz für die Gesamtzahl der Deutschen Kernkraftwerke bis 2020 ansehen. Eine Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die gesetzlichen Vorgaben den Ausbau erneuerbarer Energien weiterhin unterstützen und die Politik ihnen weiterhin den klaren Vorrang vor den herkömmlichen Energieträgern einräumt.

Herr Göppel stelle diesen Weg mit seiner Aussage in Frage, indem er den zeitlichen Umfang, wann Kernkraft durch erneuerbare Energien ersetzt werden könnten, als noch unklar beschreibt. Dies sei ein politisches Instrument der öffentlichen Meinungsmache, das den Ausbau erneuerbarer Energien beschneide, schon bevor die Regierung über das geplante Energiekonzept verhandelt hat.

Daniel Seemann

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