Europäisches Parlament verabschiedet neue Energieeffizienzstandards

Vergangene Woche hat das Europäische Parlament mit breiter Mehrheit ein Gesetzespaket verabschiedet, mit dem die Energieeffizienz von Häusern und energieintensiven Haushaltsgeräten verbessert werden soll.

Zu dem Paket gehört eine Anpassung der bisherigen Energieeffizienzklassen, mit denen bereits Haushaltsgeräte wie Kühlschränke gekennzeichnet sind. Die Palette, die bisher von „A“ bis „G“ reicht, wird an die technische Entwicklung angepasst. Somit sollen Klassen wie „A+++…“ vermieden werden.

Außerdem befasst sich eine Arbeitsgruppe mit der Produktpalette, die von dem Labeling betroffen ist. Ausgeweitet wird das Labeling-System zum Beispiel auf industriell genutzte Produkte wie Kühlräume und Industriemotoren sowie auf energiebezogene Bauprodukte wie Fenster und Türen. Künftig muss die Energieklasse zudem bei Werbung angegeben werden, wenn Preis oder Energieverbrauch beworben werden. Sobald die neuen Regeln in einem Amtsblatt veröffentlicht werden, müssen sie innerhalb eines Jahres in nationales Recht übernommen werden.

Ab 2020 soll auch der Energieverbrauch von neuen Häusern drastisch reduziert werden. Unter anderem soll der Energieverbrauch in erheblichem Maße aus erneuerbaren Energien erfolgen. Dazu werden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, ihre Bauvorschriften zu überarbeiten. Auch bei größeren Renovierungen, deren Investitionen die Schwelle von 20 Prozent des Gebäudewertes übersteigen, sind künftig Vorschriften bezüglich der Energieeffizienzsteigerung zu erwarten. Die genaue Ausgestaltung wird den nationalen Regierungen überlassen.

In einer Pressemitteilung gibt das Europäische Parlament an, durch diese Maßnahmen ihre Klimaschutzziele erreichen zu wollen. Im Copenhagen-Accord hat sich die EU verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2020 gegenüber dem Referenzjahr 1990 um mindestens 20 Prozent zu senken. Der Gebäudesektor ist in der EU der größte Energieverbraucher. Da die Maßnahmen im privaten Gebäudesektor allerdings erst ab 2021 verbindlich werden, ist fraglich, welchen Effekt die Regelung tatsächlich auf die Klimaschutzziele bis 2020 haben kann.

Oliver Hölzinger

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