Energiekönig für einen Tag

Wer hat davon nicht schon geträumt: Einmal der Boss eines großen Unternehmens sein und die Energiewende hin zur konsequenten Nutzung von erneuerbaren Energiequellen mit einleiten und gestalten.

Der dafür obligatorische Sprung ins Haifischbecken der freien Wirtschaft, um in eine solche Position zu gelangen, ist nicht nötig, wenn man sich damit zufrieden gibt, rein virtuellen Einfluss auf den Gang der Dinge zu haben. Und sich dabei trotzdem so zu fühlen, als laufe alles in Echtzeit ab.

Beim neuen Online-Spiel „CEO2“ der Allianz-Versicherung und des WWF haben sich die Macher für eine besonders realistische Aufmachung entschieden. Bei diesem Strategie-Spiel  wird der Spieler in die Lage versetzt, den Alltag eines Vorstandsvorsitzenden zu gestalten und entsprechende Investitionsentscheidungen zu fällen.

Dabei kann zwischen vier Industrien gewählt werden (Versicherungen, Auto, Chemie und Energie) mit dem Ziel, über einen Zeitraum von 20 Jahren den Profit zu maximieren und gleichzeitig Klimaschutz zu betreiben.

Kein leichtes Unterfangen, denn Entscheidungen beispielsweise zwischen realwirtschaftliche Kostensenkungsprogrammen oder riskante Investitionen in teure Entwicklungsprogramme im Bereich erneuerbare Energien entscheiden auch darüber, ob sich ein Unternehmen am Markt hält oder sich von der Weltmarktbühne verabschieden muss.

Jede Entscheidung wird von den am Unternehmen beteiligten Investoren kommentiert. Am Aktienwert lässt sich außerdem ablesen, wie die einzelnen Entscheidungen am Markt aufgenommen werden. Und dann sind da noch vereinzelte Wissenschaftler, mahnende Umweltschützer und natürlich die Kunden, die sich immer mal wieder zu Wort melden. Da reichen dann auch ein paar grün angehauchte PR-Maßnahmen nicht aus, um überall Gefallen zu finden.

Eine weitere Spielneuheit im Internet ist das Online-Spiel „Energetika 2010“. Entwickelt wurde es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Jugendlichen ab 14 Jahren soll hiermit im Wissenschaftsjahr Energie spielerisch Zugang zur Energieforschung vermittelt werden.

Grob gesagt geht es darum, die Energieversorgung in dem fiktiven Land Energetika bis 2050 sicherzustellen. Zu diesem Zweck können Kraftwerke gebaut, Speicheranlagen geplant und neue Technologien entwickelt werden. Hierfür sind technisches Know-how, strategisches Geschick und nachhaltiges Denken gefragt, um die Bürger zufriedenzustellen. Dazu soll die Umwelt geschont und die wirtschaftliche Kraft des Landes erhalten werden. Zur Auswahl stehen auch zukünftige In­novationsprojekte wie Strom aus Wüstenregionen, der Aufbau eines SuperSmart Grid oder die Fusionsenergie. Aber auch Stromsparpotentiale lassen sich nutzen, etwa durch den geschickten Einsatz von zur Auswahl stehen­den Energiespar-Kampagnen.

Leitbild dabei ist eine nachhaltige Entwicklung: Der Er­folg misst sich an ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien, die in separaten Punktekonten erfasst werden. Ob dieses Ziel erreicht wird, kann der Spieler über drei verschiedenen Arten von Feedback kontrollieren: Numerisches Feedback in Form von Skalenwerten, visuelles Feedback in der Spielewelt selbst und emotionales Feedback von Beratern und Bevölkerungs­gruppen, die sich zu Wort melden.

Daniel Seemann

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