Energieforschungsprogramm verabschiedet

Energieforschung; Foto: shutterstock

Das Bundeskabinett hat am 3. August 2011 das 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung verabschiedet. Damit werden die Ziele und Schwerpunkte der Energieforschung und die dazugehörigen Fördermechanismen festgelegt. „Forschung für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“ heißt das Programm, das ein Gemeinschaftsprojekt des federführenden Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi), des Bundesumweltministeriums (BMU), des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist.

Nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie steht die deutsche Energiepolitik ganz im Zeichen der Energiewende. Mit dem neuen Förderprogramm wird eine Maßnahme des Energiekonzepts umgesetzt und ein wichtiger Beitrag zur Beschleunigung der Energiewende geleistet, wie Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler erklärte.

Tatsächlich lässt sich ohne eine adäquate Energieforschung der Umstieg auf erneuerbare Energien kaum realisieren. Zu viel Forschungs- und Handlungsbedarf gibt es hier noch, etwa im Bereich Netzausbau oder Speichertechnologien. Das Energieforschungsprogramm fokussiert sich auf zwei Schwerpunkte: erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Das Bundesministerium für Umwelt will Mittel einsetzen, um Projekte unterschiedlichster Art im Umfeld erneuerbarer Energien zu unterstützen, von Windenergie, Photovoltaik und Solarthermie bis hin zu regenerativen Kombikraftwerken, stellte Ressortchef Norbert Röttgen in Aussicht.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner erklärte, ihr Ressort wolle vor allem die Bioenergieforschung voranbringen und stelle dafür bis 2014 rund 180 Millionen Euro bereit. Dabei solle es nicht nur um Effizienzsteigerungen bei der Energieausbeute gehen, sondern auch um die Speicherfähigkeit von Bioenergie und dezentrale Versorgungsstrukturen. Auch Bundesforschungsministerin Annette Schavan setzt den Schwerpunkt auf die Entwicklung neuer Speichertechnologien, allerdings im Hinblick auf die klimaneutrale Stadt. Hier seien Wissenschaft und Forschung besonders gefordert, neue und vor allem vielfältige Wege und Perspektiven aufzuzeigen.

Insgesamt stehen von 2011 bis 2014 rund 2,4 Milliarden Euro an Budget für die Förderung der Energieforschung zur Verfügung. Das sind 75 Prozent mehr im Vergleich zum vorhergehenden Energieforschungsprogramm, das schon im Zeichen von Innovation und neuen Energietechnologien stand. Gespeist werden die Fördermittel vor allem aus dem neu eingerichteten „Energie- und Klimafonds“.

Mit gemeinsamen Förderinitiativen der beteiligten Ressprts setzt die Bundesregierung nicht nur neue Akzente in der Forschungslandschaft, auch die internationale Forschungskooperation wird ausgebaut, vor allem wird eine stärkere Vernetzung innerhalb der Europäischen Union angestrebt. Zudem wird die Koordinierung und Abstimmung sämtlicher Energieforschungsaktivitäten durch den Ausbau der „Koordinierungsplattform Energieforschung“ gestärkt.

Josephin Lehnert

1 Kommentar

  • Mit Steuergeldern lässt sichs freilich gut forschen, Geld, dass man eigentlich nicht hat und dass nachfolgende Generationen mit Zins und Zinseszins zu zahlen haben.
    Ein weiterer Schritt in die Planwirtschaft…