EEG-Umlage zu hoch angesetzt?

Installation einer PV-Anlage; Foto: shutterstock

Der Atomausstieg scheint in diesen Tagen wieder in greifbarere Nähe zu rücken als noch im letzten Herbst, als sich die schwarz-gelbe Regierungskoalition auf den Ausstieg aus dem Ausstieg festlegte. Die Frage ist daher nicht mehr, wann der Atomausstieg kommt, sondern eher was danach sein wird.

Politische Konzepte sind diesbezüglich keine Mangelware: Wirtschaftsminister Rainer Brüderle droht im Falle eines Atomausstiegs mit steigenden Strompreisen. Die Linkspartei fordert eine staatliche Preiskontrolle und die Einführung von Sozialtarifen, „damit sich auch einkommensschwache Haushalte den Strom leisten können“.

Kostenfaktor für erneuerbar Energie könnte sinken

Wie diese Tarife aussehen und vor allen Dingen, wie sie finanziert werden sollen, wird in der Pressemitteilung der Linken nicht erläutert. Globalisierungskritische Organisationen wie Attac rufen schon länger nach der Einführung eines Grundkontingentes an Energie, das kostenlos oder sehr günstig abgegeben werden könnte, wodurch sich Mehrverbrauch verteuern würde.

Ein Kostenfaktor für erneuerbar Energie könnte indes schon bald wieder deutlich sinken, nachdem die sogenannte EEG-Umlage im letzten Herbst von der Bundesregierung auf 3,53 Cent pro Kilowattstunde hochgesetzt worden war. Dem lagen, wie die Bundesnetzagentur feststellte, falsche Annahmen zugrunde. 2010 wurden deutlich weniger als die 9,5 Gigawatt neuer Photovoltaik-Leistung installiert, die für die Umlagen-Berechnung angesetzt worden waren – und auf die sich die FDP- und Unionspolitiker bei der Ausarbeitung des dazugehörigen Gesetzesentscheides bezogen hatten.

17,3 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert

Stattdessen waren es „nur“ 7,4 Gigawatt. Insgesamt waren Ende 2010 17,3 Gigawatt an PV-Leistung installiert. Inwieweit sich die für 2010 zu hohe Prognose auf die EEG-Umlage auswirkt, lässt sich noch nicht absehen. Denn die Höhe der EEG-Umlage hängt von weiteren Einflussfaktoren ab. So bestimmen unter anderem der Wetterverlauf und die Entwicklung der Börsenpreise die Höhe der EEG-Umlage.

Sollte sich die EEG-Umlage 2011 jedoch als zu hoch erweisen, werden die Überschüsse auf dem EEG-Konto der Übertragungsnetzbetreiber verzinst und bei der Ermittlung der EEG-Umlage 2012 entsprechend verrechnet, was den Kostenfaktor für erneuerbar Energien insgesamt verringern dürfte.

Daniel Seemann

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