Die Energiewende – Aufklärung ist alles

Der Bund klärt über die Energiewende als gemeinschaftliches Projekt auf

Um den Klimawandel einzudämmen, bedarf es nicht nur seitens der Bundes- und einzelnen Landesregierungen entsprechende Maßnahmen. So muss beispielsweise die Energiewende vielmehr als ein Projekt gesehen werden, das von der Gesellschaft getragen wird. Nur so können nachhaltige Strategien entgegen des Klimawandels und für eine gesunde Umwelt und Natur zukünftig umgesetzt und von weiteren Generationen getragen werden.

Die Ziele der Bundesregierung sind ehrgeizig: Bis zum Jahr 2050 soll sich der Primärenergieverbrauch um 80 Prozent gegenüber dem Endenergieverbrauch im Jahre 2008 verringern. Die verbesserte Nutzung der eingesetzten Energie sowie die Vermeidung von Energieverlusten verbessern hierzu die Effizienz, wodurch der Verbrauch gesenkt werden kann. Entsprechende Einsparpotentiale bieten beispielsweise energetische Sanierungsmaßnahmen von Gebäuden.

Doch eine Energiewende ohne die Beteiligung der Gesellschaft wird kaum umsetzbar oder etwa von Dauer sein. Was gebraucht wird, das ist das Engagement der Menschen. Zunächst denkt man hier wohl an die Energiegenossenschaften, in die man sich mit seinem Kapital oder einem Ehrenamt einbringen kann. Auch Solaranlagen auf dem eigenen Dach oder den Austausch der eigenen Heizungspumpe. Doch neben diesen größeren Aktionen sind es doch gerade die alltäglichen, persönlichen Verhaltensweisen, durch die man den privaten Energieverbrauch steuern und senken kann.

Hier setzen beispielsweise die Tipps des Umweltministeriums an. Auf dessen Seite lässt sich nachlesen, dass schon bei Senkung der Raumtemperatur um 1 Grad und minimaler Erhöhung der Kühlschranktemperatur bis zu 15 Prozent Energie eingespart werden können. Die Änderung des eigenen Fahrstils hat ebenfalls erstaunliche Auswirkungen auf den Klimaschutz: Verringert man bei der Hälfte der jährlichen Fahrdistanz die Geschwindigkeit von 110 auf 90 Kilometer, sind Einsparungen von 70 Euro und 125 Kilogramm CO2 möglich. Da helfen 20 Kilometer pro Stunde nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen Geldbeutel.

Ob Tipps und Tricks zum Energiesparen in Broschüren, im Internet oder auf Veranstaltungen, an gutgemeinten Ratschlägen und Ideen mangelt es nicht. Doch wie können die Bürger nun motiviert werden, ihre Verhaltensweisen nachhaltig zu verändern, wie kann jeder Einzelne dazu motiviert werden, seine Alltagsroutine aufzugeben? Hierzu setzt die Bundesregierung derzeit auf drei Säulen: Informieren, verordnen und fördern.

Die Information gelangt nun nicht nur in der bereits erwähnten schriftlichen Form (Broschüren, Homepages, etc.) an die Bürger, sondern auch durch die jährlich stattfindenden Energiewendetage, Roadshows, Bürgersprechstunden und Regionalkonferenzen. Um schon die Kleinsten mit dem wichtigen Thema Energie vertraut zu machen, gibt es zum Beispiel auch den Energiedetektiv Ede, der Grundschülern auf spielerische Weise das Thema näher bringt. Nicht zuletzt trägt auch jede Kommune selbst Verantwortung dafür, ihren Bürgern und Bürgerinnen Informationsangebote bereitzustellen. Ob mit einer Klimaschutzwoche, einem Radsalon oder regelmäßig stattfindenden Vortragsreihen – das Programm ist hier so bunt gemischt wie die Bevölkerung.

Wo Information allein nicht mehr ausreicht, greifen schließlich Verordnungen und Gesetze. Beispiele hierfür sind das Klimaschutzgesetz, das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder auch das Erneuerbare-Wärme-Gesetz. „Selbstverständlich wäre eine Energiewende ohne Gesetze positiver. Doch manchmal geht es eben leider nicht ganz ohne Gesetze.“, lässt der Umweltreferent Franz Pöter des BUND Baden-Württemberg verlauten (Energiewende Baden-Württemberg, 162. Jahrgang, Nr. 37, S. 25). Die dritte Säule stellt die Förderung über Programme und Wettbewerbe dar. Bekannte Aktionen sind unter anderem das Programm Klimaschutz Plus, die Auslobung von Umwelttechnikpreisen oder die Heizpumpentauschaktion.

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Doch letztendlich ausschlaggebend für eine Verhaltensänderung von Menschen ist die finanzielle Seite. Darum weiß man im Umweltministerium und ist bestrebt, Steuererleichterungen für Bürger anzustreben, die ihr Haus sanieren lassen. Auch konkrete Pläne, wie die Bundesregierung zusammen mit der EU Klimaschutzziele erreichen kann, sind gefordert. Damit das Projekt Energiewende nicht nur ein Projekt Einzelner wird. 

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