China setzt auf Solarthermie

Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sind in Chinas Volkswirtschaft sehr gefragt. Hierzu werden systematisch alte Industrieanlagen aus dem Verkehr gezogen und neue Techniken aktiv gefördert. Jetzt wurde auch die Solarthermie als effizientes und energiesparendes Mittel der Stromgewinnung entdeckt.

Hinsichtlich der Nutzung von Sonnenenergie für Warmwasser und Heizung ist China bereits weltweit führend. Die Solarthermie-Kraftwerke werden, abgesehen von einigen Versuchsanlagen, die ersten in ganz Asien sein, wobei auch in Thailand und Indien bereits über den Bau entsprechender Anlagen diskutiert wird.

Einige hundert Megawatt Leistung

Derzeit läuft ein Ausschreibungsverfahren für verschiedene Projekte, die zusammen einige hundert Megawatt Leistung erbringen werden. Mittlerweile haben sich um die 50 Unternehmen beworben. Trotzdem gibt es auf Regierungsseite immer noch einige Vorbehalte, unter anderem aufgrund des hohen Kühlwasserverbrauchs der Anlagen. Denn das müsste in den meisten Fällen aus der Region kommen. Da jedoch die Mehrheit der Projekte in Chinas wasserarmem Westen liegt, stellt dies auf der einen Seite ein Problem dar. Auf der anderen Seite verfügen dieselben Regionen auch über reichlich Sonnenstunden.

In einem solarthermischen Kraftwerk wird die einfallende Sonnenstrahlung von Spiegeln aufgenommen und so konzentriert. Dadurch wird ein Medium erhitzt, meistens ein Spezialöl, das durch Rohre in den Parabolrinnen der Anlage läuft. Eine andere Möglichkeit ist, eine Vielzahl von flexibel einstellbaren Spiegeln – sogenannte Heliostate – so auszurichten, dass die Sonneneinstrahlung auf einen gemeinsamen Brennpunkt gelenkt wird. In beiden Fällen wird mit dem erhitzten Öl Wasserdampf erzeugt, der eine Dampfturbine antreibt. Ein Teil der Wärme wird gespeichert, wodurch auch noch nach Sonnenuntergang Strom gewonnen werden kann.

Probleme bei der Kühlung der Solaranlagen

Die Schwachstelle der Anlagen in Wüstenregionen ist die Kühlung des Wasserdampfs. Dies über Kühlwasser oder -türme zu regeln bedeutet einen erheblichen Wasserverbrauch. Einige der Entwickler, die in China mit bieten, setzen daher auf ein Luftkühlungssystem, das jedoch die Energieeffizienz der Kraftwerke wahrscheinlich erheblich mindern wird.

Die Lösung kommt vielleicht aus Australien: Dort wird der Versuch gemacht, ein Solarkraftwerk mit Luft zu kühlen. Der Trick: Heliostate lenken die Sonnenstrahlung auf einen Behälter mit Salz mit dem Effekt, dass sich dieser auf bis zu 1.000 Grad Celsius aufheizt. Die hieraus entstehende Wärmeenergie wird an eine Druckluftströmung abgegeben, die wiederum eine Turbine antreibt. Die Strömungsluft wird dann wiederum zur Kühlung der Anlage benutzt. Vielleicht ja auch die Lösung für die Solarthermieanlagen in Chinas Wüsten.

Daniel Seemann

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