China führt Einspeisevergütung für PV-Anlagen ein

PV-Anlage; Foto: shutterstock

Im September 2007 veröffentlichte die National Development and Reform Commission (NDRC) der Volksrepublik China einen mittel- und langfristig ausgelegten Entwicklungsplan für erneuerbare Energien mit dem Ziel, den Anteil regenerativer Quellen am Primärenergieverbrauch bis 2010 auf zehn und bis 2020 auf 15 Prozent zu erhöhen. Nach langer Diskussion hat die chinesische Regierung jetzt auch nationale Einspeisetarife für Solarstrom festgelegt.

Damit soll die Abhängigkeit Chinas von Energieimporten verringert, der Umweltschutz verbessert sowie ein moderner, wettbewerbsfähiger Industriesektor für erneuerbare Energien entwickelt werden. Der Schritt ist Teil der Strategie des Landes, alternative Energiequellen konsequent auszubauen. Damit will die Regierung auch Treibhausgasemissionen einsparen. Denn Chinas Energiehunger wird immer größer: Bereits heute ist die Volksrepublik nach Angaben der International Energy Agency (IEA) der größte Primärenergieverbraucher weltweit.

Konsequenter Ausbau der Erneuerbaren

Die Höhe der Einspeisetarife hat die NDRC bereits festgelegt. Photovoltaik-Projekte, die vor dem 1. Juli 2011 genehmigt worden sind und bis Ende des Jahres fertiggestellt sind, erhalten eine Vergütung von umgerechnet 12,6 Cent je Kilowattstunde. Diese Tarife sollen sowohl für Dach- als auch für Freiflächenanlagen gezahlt werden. Für Anlagen, die erst nach dem 1. Juli ihre Betriebserlaubnis erhalten haben, sinkt die Höhe der Einspeisetarife auf etwa elf Cent je Kilowattstunde. Diese Vergütung wird auch für Systeme gezahlt, die erst im kommenden Jahr realisiert werden. Je nach Absinken der Systemkosten für Photovoltaikanlagen sollen auch die Einspeisetarife anschließend gesenkt werden. Die Kosten für die Einspeisetarife werden aus einem „Erneuerbare-Energien-Entwicklungsfonds“ gezahlt.

Windkraft, Sonnenenergie und Biomasse dürften nach dem Entwicklungsplan rund 2,6 Prozent beitragen und Wasser- sowie Atomkraft etwa neun Prozent. Im Rahmen des Entwicklungsprogramms sollen für neue Energien 2011 bis 2020 fünf Billionen Yuán (rund 500 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt werden. Der Atomkraftunfall in Fukushima in Japan hat jedoch auch hinter Chinas Atomkraftausbaupläne Fragezeichen gesetzt.

Eine halbe Billion Euro Investitionskapital

China nutzt mit dem Entwicklungsplan die Chance, eine eigenständige „grüne“ Industrie aufzubauen. Das Land zählt schon jetzt zum größten Produzenten von Solarzellen und -modulen und auch die chinesischen Windanlagenhersteller arbeiten sich auf der weltweiten Rangliste nach oben. Inwiefern die Solarstromtarife nun den Binnenmarkt für Photovoltaikanlagen ankurbeln, bleibt abzuwarten.

Daniel Seemann

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