China fördert Solarenergieprojekte

Die Aktivitäten chinesischer Photovoltaikunternehmen wurden gerade hier in Deutschland mit Erstaunen, zunehmend aber auch mit Missfallen beobachtet, profitierten sie doch in besonderem Maße von den Subventionen europäischer Länder zur Förderung der Branche. Über die Nutzung der Solarenergie in China selbst hörte man bislang nicht viel – überhaupt assoziiert man China insgesamt bekanntermaßen eher mit gravierenden Umweltschäden und Raubbau an der Natur als mit der Nutzung erneuerbarer Energien.

Es sah bislang nicht so aus, aber die chinesische Regierung ist sich des dringenden Handlungsbedarfs durchaus bewusst und plant die erneuerbaren Energien massiv zu fördern.

 

Medienberichten zufolge sollen neue Solaranlagen, die eine Kapazität von über 50 Kilowatt aufweisen, mit bis zu 20 Renminbi Yuan (RMB; rd. 2,26 Euro; 1 Euro = 8,54 RMB) pro Watt Kapazität gefördert werden. Damit würde der chinesische Markt auch für internationale Unternehmen attraktiv.

Dies ist grundsätzlich ein vielversprechender Schritt; Analysten erwarten Medienberichten zufolge 2009 jedoch noch keine großen Volumina – das geplante Förderungsvolumen für erneuerbare Energien in diesem Jahr liegt bei 400 Millionen RMB; damit könnten maximal 20 Megawatt gefördert werden. Die Photovoltaikanlagen sollen vor allem auf Dächern installiert werden, beispielsweise auf Krankenhäusern, Schulen und Regierungseinrichtungen.

Stärkung der gebeutelten chinesischen Anbieter

Voraussetzung für die Förderung ist eine Effizienz monokristalliner Zellen von mindestens 16 Prozent, bei polykristallinen Zellen sind 14 Prozent Bedingung und bei Dünnfilmzellen mehr als sechs Prozent. Ganz offensichtlich möchte die chinesische Regierung die chinesischen Anbieter stärken, die zuletzt aufgrund des Preisrückgangs an den internationalen Märkten und wegfallende Subventionen (Beispiel: Spanien) starke Einbußen zu verzeichnen hatten. Branchenkenner sprachen bereits von einer klaren Marktbereinigung: nur die besser aufgestellten und finanzstarken Unternehmen konnten die „Durststrecke“ überstehen; viele kleinere Anbieter mussten Berichten zufolge schließen.

Die Photovoltaiktechnologie soll insbesondere für die dezentrale Energieversorgung in abgelegenen Gebieten genutzt werden. Nach wie vor haben zahlreiche Menschen im agrarisch geprägten China keinen Anschluss ans Stromnetz.

Großer Nachholbedarf auf dem chinesischen Markt

Die chinesischen Player der Solarbranche mögen inzwischen weltweit aktiv sein – im Heimatland spielt die Photovoltaik als Energielieferant bislang eine sehr untergeordnete Rolle. Ende 2008 stand laut Expertenberichten landesweit eine installierte Kapazität von 150 Megawatt zur Verfügung. Plänen der Regierung zufolge soll die gesamte installierte Leistung bis 2020 auf 1.800 Megawatt ansteigen. Zum Vergleich: Deutschland verfügte 2007 nach Informationen des Bundesverbandes Solarwirtschaft über 3.800 Megawatt installierte Leistung.

Claudia Wittwer

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