Atomausstieg 2022

Die Katastrophe in Japan hat das „Unmögliche“ endlich möglich gemacht. Die schwarz-gelbe Regierung einigt sich und beschließt den Ausstieg aus der Kernkraft bis zum Jahr 2022. Keine Rede mehr vom „Ausstieg aus dem Ausstieg“ durch die angestrebten Laufzeitverlängerungen! Eine Entscheidung, die nicht nur in Regierungskreisen für Unmut sorgte, sondern auch die Wähler gegen Merkel und ihren Führungsstab aufbrachte. An Glaubwürdigkeit und Vertrauen hatte Schwarz-Gelb hierdurch eine gute Portion verloren, die Quittung kam prompt bei den Landtagswahlen.

Erst Fukushima brachte den letzten Kick zur Einsicht, eine Einsicht, die schon einmal kam. Bereits im Jahr 2000 brachte die damals rot-grüne Regierung einen Atomkonsens hervor, der die Abschaltung der letzten Meiler bis 2022 vorsah. Im Gegensatz zu damals stehen heute jedoch alle maßgeblich relevanten politischen Kräfte, sowie die Mehrheit der Bundesbürger hinter der Entscheidung. 2000 ging es nicht um einen gesellschaftlichen Konsens, auch war die Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema „Atomkraft“ lange nicht so ausgeprägt, wie nach den Ereignissen im Japanischen Atomkraftwerk Fukushima. Ein lachendes und ein weinendes Auge hat diese Entscheidung für den Ausstieg allerdings. Gut, dass endlich der Wendepunkt hin zu einer sicheren Energiegewinnung vollbracht und nicht mehr umkehrbar ist. Schade, dass so viel Energie in der Zwischenzeit verpufft ist. Der Ausbau der Erneuerbaren wäre unlängst weiter fortgeschritten, wenn das Gezeter um den Ausstieg schon im Jahr 2000 aufgehört hätte.

Das Ausstiegskonzept, dass die sofortige Abschaltung der ältesten sieben Meiler und dem AKW Krümmel, die Abschaltung weiterer sechs Meiler bis 2021 und die Abschaltung der modernsten drei Meiler bis Ende 2022 vorsieht, wirft allerdings noch einige Fragen auf, die in den kommenden Wochen und Monaten zu klären sind. Nicht zuletzt hofft die Bundeskanzlerin auch noch auf die Zustimmung der Oppositionspartner, die mit SPD und Grünen zwar grundsätzlich für den Ausstieg sind, allerdings an einigen Bedingungen festhalten wollen. Wie etwa die noch offene Hintertür der Kaltreserve – AKWs im Bedarfsfall wieder anfahren zu können.

Judith Schomaker

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