Abstimmung des Worst EU Lobby Awards 2010

Es ist Mittwoch, der 13. Oktober 2010. Menschen, die sich gerade auf dem Weg in das Berlaymont-Gebäude der EU-Kommission befinden, werden von einer mit Staubwedel und Putzlappen ausgestatteten Gruppe empfangen. Inmitten des Getümmels ist auch eine Wahlurne zu erkennen, in welche Dan Jörgensen und Evylin Regner, beides Europaabgeordnete, jeweils einen Zettel hineinwerfen.

„www.worstlobby.eu“ ist auf der Abstimmungsbox zu lesen. Die Initiatoren des Worst EU Lobbying Awards 2010 betreiben selbst ein wenig Lobbying für ihre Veranstaltung. Sie wollen aufräumen und Licht ins Beziehungsnetz der EU bringen. Bis zum 25. November ist jeder eingeladen online für die schlimmste Lobbygruppe abzustimmen. Es ist nicht das erste Jahr, in dem unfreiwillig Nominierte den Negativpreis erhalten können. Im Jahre 2005 wurde der Award ins Leben gerufen und hat seitdem ständig an Aufmerksamkeit gewonnen.

Vor zwei Jahren nahmen beispielsweise schon 8.500 Internetnutzer an der Abstimmung teil, eine Zahl, die dieses Jahr hoffentlich noch zu übertreffen ist. Denn mit der Verleihung zielt die Kampagne auf Aufklärung und ein transparentes Regelwerk für den Lobbyismus ab. Strengere Regeln für die Vernetzung von Wirtschaft, Finanzen und Politik sind unabdingbar, wenn Umwelt und soziale Verantwortung noch eine Rolle spielen sollen.

Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt der Nominierungen in der Finanz- und Klimakrise. Schließlich konnten dank Lobbyarbeit zum einen grundlegende Reformen des Finanzmarktes umgangen werden und zum anderen Konferenzteilnehmer die Klimagipfel in Kopenhagen und Bonn ohne Zugeständnisse verlassen.

Nominiert für den diesjährigen Worst EU Lobbying Award in der Sparte „Klima“ sind der Unternehmerverband Business Europe, der Energiekonzern RWE und auch das Unternehmen ArcelorMittal. Partner des Worst Lobby Award in der Kategorie ‚Klima‘ sind Oxfam, Climate Action Network Europa und World Development Movement.

Vom ersten bis zum dritten Dezember 2010 findet die Bekanntgabe der “Sieger” statt.

Jenny Lohse

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