Deutschland, Österreich und die Schweiz: Pumpspeicherkraftwerke werden gebündelt

Reinhold Mitterlehner, Österreichs Wirtschafts- und Energieminister

Die drei Nachbarländer schaffen mit einer gemeinsam unterzeichneten Erklärung die Grundlagen für eine trilaterale Arbeitsgruppe. Dieses Dokument bildet zugleich die Basis für einen koordinierten Ausbau der Pumpspeicherkapazitäten im deutschsprachigen Raum. Das erklärte Ziel der neuen Zusammenarbeit ist es, den Anteil des Ökostroms im gesamten Strommix auch in Zukunft kontinuierlich auszubauen.

Die gemeinsame Erklärung. Dass es diese Woche zur Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung zur besseren Abstimmung der Kapazitäten der Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland, Österreich sowie in der Schweiz kam, kann durchaus als kleine Sensation gewertet werden. Dieses Dokument sieht nämlich nicht nur den gemeinsamen Ausbau von Pumpspeicherkraftwerken vor. Zugleich beinhaltet das Abkommen auch die Absicht der drei Nachbarländer, in diesem Bereich zukünftig verstärkt und enger zusammenzuarbeiten.

Erfreulicherweise sieht die Erklärung ebenfalls vor, dass die intensivierte Kooperation zugleich die Basis für eine gemeinsame Arbeitsgruppe bildet. Dieser trilaterale Zusammenschluss beinhaltet auch weitere gemeinschaftliche Aktivitäten und verfolgt das ehrgeizige Ziel, den Anteil des Ökostroms weiterhin auszubauen. Ermöglicht wird dies durch zwei konkrete Maßnahmenpakete.

Erstens sollen die vorhandenen Speicherkapazitäten in Zukunft länderübergreifend genutzt werden. Darüber hinaus sieht die Vereinbarung auch gebündelte Aktivitäten vor, die letztendlich in einen Ausbau des vorhandenen Speicherpotenzials münden sollen. Unterzeichnet wurde die Erklärung dieser Tage von Philipp Rösler, Deutschlands Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Reinhold Mitterlehner, Österreichs Wirtschafts- und Energieminister sowie von Doris Leuthard, der schweizerischen Bundesrätin für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Die Rolle der Pumpspeicherkraftwerke. Aktuell verfügen die meisten Länder Europas über eher zentral ausgerichtete Stromnetze. Diese Systeme sind jedoch das Resultat einer Zeit, in welcher die Regierungen primär auf groß ausgelegte Kraftwerke zur Erzeugung von Strom setzten.

Im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte kam es jedoch zu massiven Veränderungen der Gesamtsituation. Heute wird der größte Teil des elektrischen Stroms dezentral produziert. Nur die Kombination aus intelligenten Regeltechnologien, speziellen Softwarelösungen und neuen Speichersystemen kann die Netze in einem stabilen Zustand halten. Die immer noch weitverbreitete Meinung, dass es schlichtweg ausreichend sei, zusätzliche Erzeugungskapazitäten für erneuerbare Energien zu schaffen und diese durch einen verbesserten Ausbau der Stromnetze entsprechend günstiger zu verteilen, stellte sich schlichtweg als falsch heraus.

Daraus ergibt sich, dass die dezentrale Erzeugung elektrischer Energie und deren zuverlässige Speicherung für Europa unumgänglich sind. Zugleich jedoch sind die Kapazitäten Deutschlands für Pumpspeicher naturgegeben begrenzt und im Wesentlichen ausgereizt.

Vor diesem Hintergrund ist die nun unterzeichnete Erklärung zur gemeinsamen und besseren Abstimmung der Kapazitäten von Pumpspeicherkraftwerken ein vielversprechender Schritt in die richtige Richtung.

Joachim Kern

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