Green Dreams are made of this…

Viele reden über den Klimawandel, über Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Insbesondere in diesem Jahr, in dem im Dezember fast 190 Staaten über ein neues Klimaschutz-abkommen abstimmen. Für ein Zustandekommen dieses Abkommens darf keines der Länder Einspruch einlegen. Die letzten Verhandlungen fanden im Jahr 2009 statt, wobei die Verhandlungen in Kopenhagen kläglich scheiterten. Um dem vorzubeugen müssen zuvor mehr offizielle und inoffizielle Gespräche stattfinden, die Politiker und Vertreter stärker für das Thema sensibilisieren und Grenzen auszuloten. Ein Forum dafür bot unter anderem in der letzten Woche die „Bonn Conference for Global Transformation 2015“.

Diese neu initiierte internationale Konferenz bringt Erfahrungsträger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus aller Welt zusammen. Künftig alle zwei Jahre soll die Veranstaltung stattfinden und eine Plattform für einen regen Erfahrungsaustausch bieten. Bereits dieses Jahr nahmen interessante Persönlichkeiten aus den verschiedensten Ländern teil und sprachen über erneuerbare Energien, die zunehmende Ungleichheit innerhalb und zwischen Gesellschaften sowie Umsetzungsmöglichkeiten. Eine dieser Redner war die Kenianerin Su Kahumbu Stephanou.

Stephanou engagiert sich insbesondere in den Bereichen Bio-Food und nachhaltige Agrarwirtschaft und schafft damit nicht nur in Kenia ein neues Bewusstsein. Insbesondere das Projekt iCow findet nicht nur bei kenianischen Landwirten, sondern gerade auch weltweit auf TED-Konferenzen (TED steht für „Technology, Entertainment, Design“) anklang. Hierbei spricht sie davon, wie wichtig es ist, gerade angesichts der stark anwachsenden Weltbevölkerung, sich mit dem Thema Agrarwirtschaft auseinander zu setzten und welche Vorteile dabei nachhaltiges Wirtschaften hat.

Der Traum vom gesunden Grün

Auf den ersten Blick interessant scheint der Fakt, dass Su Kahumbu Stephanou als Musikerin begann. Wie kommt man von der Musik zur Bio-Landwirtschaft? In einem Interview mit dem Ventures-Magazin erzählt sie von einem misslungenen Zuchtversuch von Pflanzen in einem anorganischen Substrat und dem Schrecken über die Vergiftung der eigenen Mutter mit Pestiziden. Diese hatte versehentlich etwas von den giftigen Stoffen eingeatmet und überlebte nur knapp. So kam eins zum anderen und Su Kahumbu Stephanou zur nachhaltigen Agrarwirtschaft. Im Jahr 1999 gründete sie Green Dreams Ldt., wobei es in erster Linie um den Anbau und die Vermarktung organischer Produkte ging. Mit der wachsenden Nachfrage und dem steigenden Interesse an Bioprodukten ging die Limited auch auf andere landwirtschaftliche Betriebe zu und überzeugte viele von den Möglichkeiten und Vorteilen organischer Produktion. Nachdem die Realität in den kenianischen Verkaufshallen eher abschreckend auf das kleine Unternehmen wirkte, kam es 2005 zur Gründung eines eigenen kleinen Bioladens. Seitdem gab es verschiedene Entwicklungen – sowohl gute als auch schlechte. Insbesondere die Wirtschaftskrise hinterließ Spuren. Doch Green Dreams hat überlebt, erfand sich neu und macht sich neue Entwicklungen und technische Innovationen zu Nutze.

Technische Innovationen sind auch das Stichwort für das zweite Projekt von Su Kahumbu Stephanou – iCow. Die Handynutzung ist gerade in Afrika rapide angestiegen. Dies macht sich iCow zu Nutze und versorgt Landwirte via SMS regelmäßig mit neuen Informationen zur Verbesserung und Ausbau ihrer Produktivität. Große Erfolge zeigten sich besonders in der Rinderhaltung. Unter anderem konnte die Kälbersterberate dank Tipps besonders im Bereich Hygiene stark eingeschränkt werden. Auch berichten viele Halter von höheren Milcherträgen. Gleichzeitig bietet iCow bei Fragen oder Problemen Unterstützung durch Experten sowie unter anderem einen Kalender speziell für landwirtschaftliche Termine. Es bildet einen Informationskanal, der mittlerweile von beiden Seiten genutzt wird, sodass beispielsweise Experten auf ihre Beratung hin ein Feedback von den Tierhaltern oder Landwirten bekommen.

Su Kahumbu Stephanou gehört zu einer Reihe von Menschen, die einen Eindruck davon verschaffen, wie eine praktische Umsetzung der im Dezember zu beschließenden Maßnahmen aussehen könnte. Es bleibt nur abzuwarten, ob sich die Länder genauso einig werden können, wie die Besucher der Bonn Conference for Global Transformation 2015.

Quellen:
http://www.tagesschau.de/ausland/petersberger-klimadialog-101.html
https://www.bonn-conference.net/de/
http://www.greendreams.co.ke/
http://icow.co.ke/
http://www.ventures-africa.com/archives/3381

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