FC Bayern München ist Mehrweg-Meister

Deutsche Umwelthilfe zeichnet Bayern als Mehrweg-Meister aus. Rekordmeister spart jährlich 1,4 Millionen Einwegplastikbecher ein.
Deutsche Umwelthilfe zeichnet Bayern als Mehrweg-Meister aus. Rekordmeister spart jährlich 1,4 Millionen Einwegplastikbecher ein.

Die Bundesliga-Saison ist noch jung, Meister ist der FC Bayern jedoch bereits. Vor der Eröffnungspartie am 24. August ernannte die Deutsche Umwelthilfe die Münchner zum Mehrweg-Meister. Vor Anpfiff des ersten Heimspiels überreichte Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin, die Urkunde auf dem Spielfeld. Mit dem Rekordmeister setzen nun elf der 18 Bundesligisten auf ein Mehrwegbechersystem. Trotz des späten Einstiegs setzt der FC Bayern damit ein wichtiges Zeichen im Kampf für Müllvermeidung.

Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich schon lang für Mehrwegbechersysteme auf Großveranstaltungen ein. Dazu führt sie jährlich Umfragen zu diesem Thema auch unter den Vereinen der ersten und zweiten Bundesliga durch. Denn in den Stadien werden Jahr für Jahr Millionen Plastikbecher verbraucht. In der vergangenen Spielzeit zählte die Deutsche Umwelthilfe mehr als 11,5 Millionen Einwegplastikbecher. Der FC Bayern München hatte daran mit 1,4 Millionen verbrauchten Wegwerfbechern einen Löwenanteil. Das ändert der Mehrweg-Meister nun, sehr zur Freude der Plastikgegner.

„Plastikmüll ist zu einem der größten Umweltprobleme geworden. Es ist inzwischen so groß, dass selbst die Europäische Kommission ein Verbot von Einweg-Plastikgeschirr erwägt. Der FC Bayern setzt deshalb mit seinem Umstieg auf Mehrwegbecher genau das richtige Zeichen und zeigt wie das Problem in den Griff zu bekommen ist“, so Barbara Metz.

Mehrweg-Meister überzeugt mit gutem Konzept

Mehrwegbecher werden häufig wiederverwendet und sparen deshalb wertvolle Rohstoffe ein. Bereits nach 5 Befüllungen hat sich der Einsatz eines Mehrwegbechers im Vergleich zum Kunststoff-Einwegbecher gelohnt. Um das zu gewährleisten, gibt es in der Allianz Arena eine Pfandhöhe von zwei Euro auf die Becher. Sie sorgt dafür, dass Fans die Mehrwegbecher zurückgeben und wiederverwenden. Außerdem soll die Spülung der Becher in Bergkirchen bei München durchgeführt werden. So bleiben die Transportwege kurz. Im Innen- und im Außenbereich der Allianz Arena gibt es zahlreiche Rückgabemöglichkeiten. So ist die Rückgabe der Becher schnell und unkompliziert. Die Deutsche Umwelthilfe ist voll des Lobes für dieses Konzept. Gut ist außerdem, dass die Münchner nicht ausschließlich bedruckte, sondern ebenfalls neutrale Becher verwenden.

Nächste Saison der BVB als Mehrweg-Meister?

Zwar nutzt bereits die Mehrheit der Erstligisten ein Mehrwegbechersystem, um die zehn Millionen Einwegplastikbecher werden dennoch weiter jährlich verbraucht. Die Deutsche Umwelthilfe hofft jetzt auf eine Signalwirkung durch Deutschlands größten Fußballverein.

Barbara Metz: „Durch Wiederverwendung statt ständiger Neuproduktion von Wegwerfverpackungen werden Ressourcen geschont und das Klima geschützt. In der Allianz Arena werden durch den Umstieg mehr als eine Million Einwegbecher in der Saison eingespart. Deswegen zeichnen wir den FC Bayern aus. Wir freuen uns, wenn andere Vereine dem positiven Beispiel folgen.“

Andere Vereine wie Dortmund, Schalke oder Leverkusen setzen weiterhin auf Einwegplastikbecher. Besonders der BVB trägt damit stark zur Plastikmüllproduktion bei. Mit mehr als 1,5 Millionen verbrauchten Wegwerfbechern sind die Schwarz-Gelben trauriger Spitzenreiter der vergangenen Bundesliga-Saison. Allerdings hat bereits ein Umdenken stattgefunden. Anfang des Jahres startete ein Fan mit Hilfe der Deutschen Umwelthilfe eine Petition. 100.000 Unterschriften konnte er bis Juni sammeln und der BVB-Geschäftsführung überreichen. Im anschließenden Gespräch verständigten sich die Beteiligten auf eine zeitnahe Umstellung hin zum Mehrwegbechersystem. Damit könnten die Dortmunder dem FC Bayern nächste Saison bereits den Titel als Mehrweg-Meister abnehmen.

Quelle:DUH