EM 2024: Der DFB versucht’s mit Nachhaltigkeit

Einer von zehn Spielorten bei der EM 2024: Das Berliner Olympiastadion.
Einer von zehn Spielorten bei der EM 2024: Das Berliner Olympiastadion.

Respektvoll und vielfältig soll es zugehen bei einer möglichen Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Neben Fairplay oder Respekt ist aber auch der Umweltschutz ein Leitgedanke des Konzeptes für die EM 2024 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Besonders die Aspekte Energie, Mobilität, Nachhaltigkeit und Abfall bilden einen Schwerpunkt. Das Konzept erarbeitete der Verband gemeinsam mit dem Öko-Institut. Die Entscheidung über die Vergabe für die EM 2024 trifft die UEFA am 27. September. Einziger Mitbewerber ist die Türkei.

Noch rund drei Wochen dauert es bis zur Entscheidung zur Vergabe der EM 2024. In das Konzept seiner Bewerbung hat der DFB besonders den Umweltschutz und Nachhaltigkeit mit eingebettet. Die geplanten Maßnahmen sollen dazu beitragen, die EURO 2024 ressourcenschonend und effizient durchzuführen. So setzt ein zentral verwaltetes und einheitliches Konzept auf eine konsequente Abfallvermeidung. Durch Mehrweggeschirr oder verbessertes Recycling sind hier zu nennen. Zudem ermöglichen kostenlose Wasserspender das Wiederauffüllen von Trinkgefäßen.

„Für die Erstellung des Nachhaltigkeitskonzepts hat der DFB einen breiten Beteiligungsprozess mit Akteuren aus Umwelt- und Sozialverbänden angestoßen und dabei viele der entwickelten Ideen übernommen“, so Daniel Bleher, Projekteiter am Öko-Institut und Experte für nachhaltige Großveranstaltungen. „Damit legt sich der DFB auf eine spätere Umsetzung der Maßnahmen im Falle einer UEFA-Zusage fest.“

24 Leuchtturmprojekte bei EM 2024

In mehreren Dialogforen hatte der DFB Vertreterinnen und Vertreter von Sportverbänden und -vereinen, Nichtregierungsorganisationen, Kommunen, Bundesministerien, Unternehmen, der Kirche und anderen religiösen Gemeinschaften, gemeinnützigen Stiftungen, der Wissenschaft und Wirtschaft zusammengebracht. Im Diskurs wurden gemeinsam acht Handlungsfelder identifiziert. In ihnen sollen Fußball und Gesellschaft in unterschiedlicher Weise dauerhaft von dem Turnier profitieren. Dazu sowie zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sollen 24 sogenannte Leuchtturmprojekte beitragen.

Für den Bereich Umwelt wurden zwei Maßnahmen herausgestellt. Mit dem Kombi-Ticket-Plus will der DFB die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel attraktiver machen. Weitere Maßnahmen wie bewachte Fahrradständer und alternative Shuttle-Services gehören ebenfalls zum umweltfreundlicheren Mobilitätskonzept bei der EM 2024.Auch das Thema Energieverbrauch steht im Fokus der Nachhaltigkeit des Turniers. Denn vor allem die großen Stadien haben einen immensen Energiebedarf.

„Amateurvereine, genauso wie Proficlubs haben mit steigenden Energiekosten zu kämpfen. Für die meisten Vereine stellen diese nach den Personalausgaben den zweithöchsten Kostenfaktor dar“, macht Daniel Bleher deutlich.

Der geplante Klimafonds des Deutschen Sport-Klimafonds setzt hier an und fördert Investitionen in energieeffiziente Technik sowie das umweltfreundliche Verhalten der Vereine direkt vor Ort. Damit will man eine Alternative zur klassischen Kompensation durch CO2-Zertifikate entwickeln.

Quelle: Öko-Institut