Zum Fest: Greenpeace-Ranking „Grüne Elektronik“

Weihnachtsmann mit Laptop

Weihnachten steht vor der Tür und auf deutschen Wunschzetteln hält immer mehr Elektronika Einzug: Smartphones, MP3-Player, Digitalkameras oder Flachbildschirme. Fast die Hälfte aller Deutschen legt den Liebsten Technikgeräte unter den Baum. Greenpeace hat daher pünktlich zum Fest die neue Ausgabe des Ratgebers „Grüne Elektronik“ veröffentlicht und erneut internationale Elektronikmarken und die Umweltbelastung des Herstellungsprozesses von Elektroprodukten geprüft.

Insgesamt 15 Hersteller hat Greenpeace getestet, mit ernüchterndem Ergebnis. Die meisten setzen noch immer vor allem auf fossile Energien. Am besten schnitt der indische Elektronik-Hersteller Wipro ab, gefolgt von HP, Nokia, Acer und Dell. Schlusslicht im Ranking ist wie im Vorjahr der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM).

Wipro ist das erste Mal im Ranking dabei und überzeugt vor allem durch seine Bemühungen um eine grünere Energiepolitik und beispielhaftes Recycling. Außerdem vermeidet das Unternehmen den Einsatz gefährlicher und umweltschädlicher Chemikalien. „Die indische Marke Wipro ist in Punkto ökologischer Elektronikherstellung richtungsweisend. Besonders im Hinblick auf westliche Standards ist das Ergebnis unseres aktuellen Checks beschämend und sollte US-amerikanischen, europäischen, japanischen  und besonders dem Schlusslicht unseres Rankings, dem kanadischen Hersteller RIM, zu denken geben“, erklärt Greenpeace-Elektronikexpertin Claudia Sprinz.

RIM erzielt im Bereich Energie nur kümmerliche zwei von 32 möglichen Punkten; der Hersteller hat im Vergleich zu seinen Mitbewerbern gigantischen Aufholbedarf. Auch andere Unternehmen haben viel zu verbessern, insbesondere beim Einsatz erneuerbarer Energieträger – etwa bekannte Hersteller wie Toshiba (Rang 15 von 16), Sharp und HCL Infosystems (beide Rang 13), LGE (Rang 12), Panasonic (Rang 11), Philips (Rang 10), Lenovo (Rang 9), Sony (Rang 8), Samsung (Rang 7) oder Apple (Rang 6).

Um neun Stellen verbessert hat sich Acer, der jetzt Rang vier belegt. Das Unternehmen hat bei seinen Zulieferern bei den Treibhausgasemissionen, giftigen Substanzen, Mineralien aus Konfliktgebieten und nachhaltig produziertem Papier eingegriffen.

Betrachtet im Ranking wurden nicht einzelne Produkte, sondern jeweils die Gesamt-Performance der Unternehmen, die Umweltbelastungen im Herstellungsprozess und die tatsächlich gelegte Nachhaltigkeit.

Die Umsätze der Elektronikindustrie gehen im jährlichen Weihnachtsgeschäft in die Milliarden. Würde die bei der Produktion benötigte Energie anstelle mit Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken, mit erneuerbaren Energieträgern produziert werden, könnte zum Klimaschutz ein bemerkenswerter Beitrag geleistet werden, erklärt Sprinz. Das regelmäßige Ranking habe in der Vergangenheit bereits einige Elektronik-Hersteller dazu angespornt, ihre Unternehmenspolitik ‚grüner‘ zu gestalten und zum Beispiel auf den Einsatz toxischer Chemikalien zu verzichten.

Zugleich empfiehlt Sprinz Schenkfreudigen, vor dem Kauf eines Elektrogeräts zunächst kritisch zu hinterfragen, ob es überhaupt benötigt wird, denn das grünste Elektronikgerät sei immer noch eins, das nicht gekauft wird. Entscheidet man sich zum Kauf, sollte man sich sich bei der Auswahl des Produkts am Greenpeace-Ratgeber zu orientieren und auf Marken zu setzen, die ein klares Umweltbewusstsein erkennen lassen.

Josephin Lehnert

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