Wohlstand in einer CO2-armen Welt

Vergangene Woche stellten die Londoner Third Generation Environmentalism Ltd (E3G) und das Australische Climate Institute eine neue Studie, den G20 Low Carbon Competitiveness Report, vor. Darin wird analysiert, wie die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer aufgestellt sind, um den Wohlstand auch in einer CO2-armen Welt zu erhalten beziehungsweise zu erlangen. Das Hauptaugenmerk der Studie liegt auf der ökonomischen Konkurrenzfähigkeit unter Kohlenstoffarmen Bedingungen. Diese wird von der Wissenschaft gefordert, um einen gefährlichen Klimawandel abzuwenden.

Der ehemalige Weltbank-Chefökonom Nicolas Stern kommentiert den Bericht wie folgt: „Die globale wirtschaftliche Erholung stellt eine ideale Möglichkeit für Länder dar, um auf ein kohlenstoffarmes Wachstum umzustellen. Länder, die diese Möglichkeit nicht wahrnehmen, untergraben ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und ihren zukünftigen Wohlstand.“

Laut Report ist Frankreich in dieser Hinsicht am besten positioniert, gefolgt von Japan, Großbritannien, Südkorea und Deutschland. Schlusslichter sind Indien, Saudi Arabien und Indonesien. Der Spitzenreiter Frankreich erreicht seine Platzierung vor allem aufgrund der emissionssparenden Elektrizitätserzeugung, die sich großteils auf Atomenergie stützt, und des schonenden Umgangs mit den natürlichen Ressourcen. Deutschland wird ein effizientes Stromnetz sowie ein hohes Pro-Kopf-Einkommen zugute gelegt. Bemängelt wird die hohe Rate von Automobilen, die expansive Nutzung von Flugzeugen für den Güterverkehr und allgemein der große Energieverbrauch im Transportsektor.

Diese Aufstellung ist allerdings lediglich eine Bestandsaufnahme. So ist Südkorea neben anderen Schwellenländern wie Südafrika und Mexiko auf dem Vormarsch, was die CO2-Produktivität betrifft. Japan stagniert in dieser Hinsicht hingegen und droht im Index abzurutschen. Insgesamt kritisiert der Bericht, dass die meisten Länder ihre Emissionen nicht in dem Maße drosseln wie es nötig wäre, um eine Temperaturerhöhung über zwei Grad Celsius abzuwenden.

Oliver Hölzinger

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