Wie Kleidung die Welt verändern kann

Shoppen macht Freude. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus?

Wochenende, ich sitze in der Bahn, um mich herum: viele Jugendliche vollbepackt mit einer Vielzahl an braunen Papiertüten und blauem Schriftzug darauf. Stolz präsentieren sie sich gegenseitig ihre Schnäppchen des Wochenendes. Dass diese vermeintlich so billig erstandenen Kleidungsstücke anderen teuer zu stehen kommen, ist wohl nur den wenigsten bewusst. Die Webseite „Anziehend“ des Ökoprojekts MobilSpiel klärt über Herstellung und -bedingungen auf.

Der Verein „Ökoprojekt MobilSpiel“ arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen an Bildungsprojekten. Hierbei sollen sich die Teilnehmer selbständig Kompetenzen aneignen, um ihre Umwelt bewusst und zukunftsträchtig zu gestalten. Der Verein stellt Methoden und Hintergrundinformationen zur Verfügung, um die Gruppen zu ermutigen, Visionen zu entwickeln und neue Formen nachhaltiger Lebens- und Arbeitsstile zu erproben. Die Ergebnisse sowie das Hintergrundmaterial sind unter anderem auf der Plattform „Anziehend! Mit Kleidung die Welt fairändern“ einzusehen.

Im Newsbereich wird der Besucher der Website über das tagesaktuelle Geschehen im Bereich der Textilindustrie informiert: Ob über Protestaktionen gegen Kik, Hungerstreik bei Lidl-Zulieferern oder erneute Brände in Textilfabriken, hier erhält man alle wichtigen Informationen. Hintergründe zu der Herstellung eines Kleidungsstücks lassen sich unter der Themenspalte finden. Und wen es jetzt gepackt hat, sich sein eigenes ganz individuelles und faires Shirt zu gestalten, der kann sich unter „Mach mit!“ Anregungen holen. Hier stehen dann auch kostenlose E-books mit Bastelanleitungen zum Herunterladen zur freien Verfügung.

Wer zum Selbermachen zu bequem ist, der wird sicherlich bei der „Fashionshow“ fündig. Hier werden die von Schülern in Workshops gestalteten Shirts und Tops verkauft. Dabei wurden sie in Kleingruppen aufgeteilt, in denen entweder genäht wurde, Oberteile durch Siebdruck aufgewertet wurden oder der Vertrieb der fertiggestellten Produkte im Vordergrund stand. Die in den Workshops hergestellten Kleidungsstücke sind demnach alles Unikate und werden über einen Oxfam-Laden in München zum Verkauf angeboten. Mit den Einnahmen unterstützt Oxfam soziale Projekte.

Bisher haben sich sieben Schulen, darunter Sechst- bis Achtklässler, an dem Projekt beteiligt und somit den Weg eines Kleidungsstücks näher kennengelernt sowie die tatsächliche Mühe und Arbeit, die dahintersteckt. Im Rahmen des Münchner Klimaherbstes fanden weitere Workshops mit Klassen statt, um somit gerade die jungen Menschen zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten anzuregen und eine nachhaltigere Lebensweise zu fördern.

  • Das könnte Sie auch interessieren:
  • Wieviel Haben braucht das Sein?
    Umweltverträglich und fair: Ökozertifikate für nachhaltige Mode
    Schuhe kaufen, Schuhe schenken

Add comment

Über das CleanEnergy Project

Das CleanEnergy Project ist ein non-profit Online-Magazin für alle Menschen auf der Suche nach mehr Nachhaltigkeit.

Das Team von CleanEnergy Project will Gestalter und nicht nur Zuschauer unserer Zeit sein.

Wir heißen alle willkommen, die sich uns als Autoren unserer Zeit anschließen möchten und bieten dafür unsere Plattform, das CleanEnergy Project.