Weltweit massiver CO2-Anstieg

Industrieemissionen; Foto: Bigstock

Die globalen Emissionen aus der Verbrennung fossiler Kraftstoffe haben 2011 einen neuen Rekordwert von 31,6 Gigatonnen erreicht. Dies geht aus Schätzungen der Internationalen Energie Agentur (IEA) hervor. Gegenüber 2010 stiegen die weltweiten Emissionen um eine Gigatonne oder 3,2 Prozent. Den größten Anteil dabei trägt Kohle mit 45 Prozent, während die Verbrennung von Öl 35 Prozent und die von Erdgas 20 Prozent des Emissionsanteils ausmacht.

Alle Bemühungen, den Treibhausgasausstoß zu reduzieren, sind bislang vergebens, wie passend zum Ende der letzten Weltklimakonferenz in Bonn – die nebenbei bemerkt ohne Ergebnis blieb – bekannt wurde. Die CO2-Konzentration hat sich seit dem Beginn der Klimaverhandlungen 1990 fast verdoppelt. IEA-Chefökonom Fatih Birol sagte, die neuen Daten seien ein Warnhinweis darauf, dass das Zwei-Grad-Ziel in immer weitere Ferne rücke. Um dieses zu erreichen dürften die CO2-Emissionen 32,6 Gigatonnen nicht übersteigen – und das bis 2017.

Zunahme der Emissionen in Schwellen- und Entwicklungsländern

Zwar konnten 2011 die OECD-Länder ihre Emissionen um 0,6 Prozent reduzieren, dem stand jedoch ein Anstieg in den Schwellen- und Entwicklungsländern von 6,1 Prozent entgegen. Größter Luftverpester dabei ist China mit einem Anstieg der Emissionen um 720 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent, was vor allem auf die massive Verbrennung von Kohle zurückzuführen ist.

Dennoch hat China seine Kohlenstoffintensität – also die Menge CO2-Äquivalent je Einheit Bruttoinlandsprodukt – zwischen 2005 und 2011 um 15 Prozent gesenkt. „Was China innerhalb so kurzer Zeit zur Steigerung der Energieeffizienz und der Implementierung erneuerbarer Energien getan hat, ist bereits ein beachtenswerter Beitrag zur globalen Umwelt“, erklärt Birol. Ohne diese Maßnahmen wären Chinas Emissionen um 1,5 Gigatonnen höher. In Indien stiegen die Emissionen um 140 Millionen Tonnen beziehungsweise 8,7 Prozent. Das Land zog damit an Russland vorbei und ist jetzt der viertgrößte Emittent hinter China, den USA und der EU. Abgesehen von den starken Gesamtemissionen verblieben die Pro-Kopf-Emissionen in China und Indien allerdings bei nur 63 beziehungsweise 15 Prozent des OECD-Durchschnitts.

Die Emissionen in den USA sanken 2011 um 92 Millionen Tonnen oder 1,7 Prozent, was auf den anhaltenden Umstieg von Kohle auf Erdgas in der Stromerzeugung zurückzuführen ist, sowie den außerordentlich milden Winter, der den Heizbedarf reduzierte. Seit 2006 sind die Emissionen in den USA um 430 Millionen Tonnen oder 7,7 Prozent gesunken, die stärkste Reduktion weltweit. Die Entwicklung ist dem geringeren Ölverbrauch im Transportsektor (in Zusammenhang mit Effizienzsteigerungen, höheren Ölpreisen und der Wirtschaftskrise) und der Verlagerung von Kohle zu Erdgas im Energiebereich anzulasten.

Neuer Klimavertrag lässt auf sich warten

Die CO2-Emissionen in der EU waren 2011 um 69 Millionen Tonnen oder 1,9 Prozent niedriger, vor allem aufgrund der schwachen Wirtschaftsentwicklung und dem Einschnitt in der Industrieproduktion sowie aufgrund des relativ warmen Winters. Im Gegensatz dazu stiegen die Emissionen in Japan um 28 Millionen Tonnen oder 2,4 Prozent durch die stärkere Verbrennung fossiler Kraftstoffe nach dem Unglück in Fukushima.

Auf der Klimakonferenz in Bonn ist man kein Stück weiter gekommen. Die EU etwa sollte neue CO2-Ziele für 2020 vorlegen. Und noch immer gibt es keinen Plan für die Post-Kyoto-Phase. Zumindest wurde ein neuer Verhandlungsprozess für einen umfassenden internationalen Klimavertrag, der 2020 in Kraft treten soll, angeschoben, die sogenannte „Durban Platform“. Die wichtigsten Fragen wurden jedoch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Josephin Lehnert

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