Weihnachtsgeschenke umweltfreundlich verpacken

Weihnachten - Verpackungen
Weihnachten - Verpackungen

Weihnachten ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Da dürfen die Geschenke natürlich nicht fehlen. Was vielen nicht bewusst ist: Die Verpackung der Geschenke ist eine enorme Belastung für die Umwelt. Einige der Verpackungsmaterialien enthalten zudem problematische Stoffe wie Weichmacher, die neben der Umwelt auch unsere Gesundheit gefährden können. Das Umweltbundesamt hat aktuell einige hilfreiche Tipps veröffentlicht, wie Sie Ihre Lieben zu Weihnachten beschenken können, ohne die Umwelt unnötig zu belasten. Wir verraten Ihnen die wichtigsten Ratschläge für ein umweltschonendes Weihnachtsfest.

In der Weihnachtszeit werden besonders viele Päckchen und Pakete quer durch Deutschland geschickt. Diese müssen oft gleich doppelt verpackt werden – einmal für den Versand und einmal für die Optik unter dem Weihnachtsbaum. Kaum einer, der seine Geschenke nicht sorgfältig mit weihnachtlichem Geschenkpapier verpackt. Doch die Herstellung von solchen Verpackungen ist immer mit Umweltbelastungen verbunden.

Insgesamt verbraucht jeder Deutsche im Schnitt über 250 Kilogramm Papier pro Jahr. Fast die Hälfte dieses Papiers wird für die Herstellung von Verpackungen verwendet. Der dafür benötigte Rohstoff Holz stammt oft aus brasilianischen oder russischen Waldgebieten. Hunderttausende Bäume werden jedes Jahr gefällt, um den begehrten Zellstoff zu gewinnen. Die Herstellung des Papiers verschlingt darüber hinaus gewaltige Mengen an Wasser und Energie. Um eine Tonne weißes Frischfaserpapiers zu produzieren, wird fast genauso viel Energie verbraucht, wie bei der Herstellung einer Tonne Stahl. Insgesamt ist die Papierindustrie der fünftgrößte Energieverbraucher der Welt.

Umso wichtiger ist es, bei der Verpackung der Weihnachtsgeschenke einige wichtige Tipps zur Schonung unserer wertvollen Ressourcen zu beachten. Immer mehr Menschen ist es wichtig, die Umwelt und das Klima zu schützen. Auch und gerade an Weihnachten. Umweltfreundliche Verpackungen liegen deshalb voll im Trend:

Die umweltfreundlichste Wahl sind recyclebare Materialien oder Recyclingpapier. Der große Vorteil: Es müssen keine neuen Bäume gefällt werden. Außerdem wird solches Papier nicht so intensiv gebleicht wie Frischfaserpapier. Bei der Herstellung recycelter Papiere wird zudem nur die Hälfte der Energie und rund ein Siebtel des Wassers verbraucht, das für die Produktion von neuem Papier benötigt wird. Laut UBA sind Recyclingpapiere mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“ besonders zu empfehlen. Wer dennoch zu Frischfaserpapier greifen muss oder möchte, der sollte darauf achten, dass es aus Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern hergestellt wurde. Das kann man zum Beispiel am FSC-Warenzeichen oder dem PEFC-Siegel erkennen.

Selbst bei der Verwendung von Kunststoffverpackungen können Sie einiges beachten, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten. So gibt es mittlerweile viele Kunststoffe, die sich vergleichsweise gut recyclen lassen. Vermeiden sollte man Verpackungen aus Polyvinylchlorid (PVC). Diese lassen sich in der Regel nicht recyceln und enthalten oft Weichmacher. Auch kombinierte Materialien, zum Beispiel Papier und Kunststoff, erschweren das Recycling. Am sinnvollsten sind Verpackungen aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP). Diese schädigen die Umwelt am wenigsten, da sie sich für einen Kunststoff am besten recyclen lassen. Verpackungen aus Recyclingpapier sollten dennoch immer die erste Wahl sein.

Neben der Umwelt können viele Verpackungsmaterialien auch unsere Gesundheit beeinträchtigen. Dazu gehören unter anderem Verpackungen, die mit bestimmten Weichmachern versetztes PVC enthalten. Solche Weichmacher setzt die Industrie ein, um die Materialien weich und dehnbar zu machen. Weichmacher stecken in sehr vielen Alltagsprodukten, wie beispielsweise PET-Flaschen, Spielzeugen für Kinder und sogar in Kassenzetteln und Parfüm. In Verpackungsmaterialien aus Kunststoff sind fast immer solche Weichmacher enthalten.

Das Problem: Sie können austreten und über die Haut oder die Schleimhäute in den Körper gelangen. Dort beeinflussen sie unseren Hormonhaushalt negativ. Bei Männern können sie sogar zur Unfruchtbarkeit führen. Zudem stehen sie in Verdacht krebserregend zu sein. Bei Studien wurden bei allen Teilnehmern solche Weichmacher im Körper nachgewiesen. Über weitere gefährliche Chemikalien in unseren Alltagsprodukten können Sie sich in der europäischen Chemikalienverordnung REACH informieren, die als eine der strengsten  weltweit gilt.

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Wer in puncto Umwelt- und Gesundheitsschutz ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte zu recycelten Papiermaterialien greifen. Anstatt diese nach der ersten Nutzung sofort zu entsorgen, können sie auch mehrfach verwendet werden. Das lohnt sich wirklich: Erstens werden die Umweltbelastungen deutlich reduziert, da weniger neues Papier hergestellt werden muss. Das spart nicht nur wertvolle Ressourcen wie Holz , Wasser und Energie, sondern es wird auch noch unnötiger Müll vermieden. Und drittens ist es günstiger, als immer wieder neue Verpackung zu verwenden. Bei Verpacken sollten Sie zudem darauf achten, dass das Material so effizient wie möglich genutzt wird. Mit unnötig großen Verpackungen wird häufig zusätzliches Polstermaterial benötigt und „Luft“ transportiert.

Natürlich werden die wenigsten Menschen ihr anfallendes Geschenkpapier an Weihnachten aufheben und nächstes Jahr wiederverwenden. Doch mit einem etwas bewussteren Umgang mit den ressourcenintensiven Verpackungsmaterialien können Sie der Umwelt trotzdem einen großen Gefallen tun. Wir wünschen Ihnen ein frohes Fest und besinnliche Feiertage.

Quelle: Umweltbundesamt

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