Vulkanausbruch und seine Klimafolgen

In den Nachrichten gibt es derzeit nur noch ein Thema: Der Vulkanausbruch auf Island! Die Auswirkungen des Eyjafjallajökull sind deutlich zu spüren, Flugverkehr und Wirtschaft leiden ganz extrem. Doch wie sieht es mit den Auswirkungen des Vulkanausbruchs auf das Klima aus? Geht von dem Asche spuckenden Monster tatsächlich eine Gefahr aus oder können wir uns entspannt zurücklehnen und das Naturschauspiel genießen?

Auf zahlreichen Flughäfen in Europa herrscht Ausnahmezustand, in Deutschland gleichen die Flughäfen einer makaberen Totenstadt. Die Wirtschaft fährt Millionenverluste ein, Gourmets müssen auf kulinarische Köstlichkeiten, die gewöhnlich auf dem Luftweg aus der ganzen Welt importiert werden, wohl bald verzichten und an einen Urlaubstrip per Flugzeug ist ebenfalls nicht zu denken. Wie lange der isländische Vulkan uns noch mit seiner Tätigkeit beglückt und inwieweit sich die Wetterlage zu unseren Gunsten ändert, kann zur Zeit kaum jemand voraussagen.

Fakt ist jedoch, dass Vulkanausbrüche das Wetter in der Ausbruchsregion und selbst weltweit verändern können. Es wäre also nicht das erste Mal, dass nach einem Vulkanausbruch Klimaveränderungen beobachtet würden. So beispielsweise 1783 bis 1784, als der Lakagira auf Island für eine globale Klimaabkühlung sorgte oder in jüngster Zeit nach dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991. Hier kühlte sich das gesamte Klima um ein halbes Grad ab. Für den Ausbruch des Eyjafjall-Vulkans geben Fachleute hingegen Entwarnung. Die Auswirkungen auf das Klima werden für kaum nennenswert gehalten, dazu wird die Asche nicht hoch genug in die Atmosphäre geschleudert. Und selbst wenn die ein oder anderen ungewöhnlich kühlen Tage folgen sollten, so hat der Eyjafjallajökull nur einen minimalen Teil dazu beigetragen.

Um die Gesundheit braucht sich ebenso kaum jemand Sorgen zu machen. Die Konzentration gesundheitsgefährdender Teilchen in der Asche ist nach der kilometerlangen Reise nur noch recht gering und weitaus weniger gefährlich als der Feinstaubgehalt von Autoabgasen. Lediglich die isländischen Inselbewohner haben mit der Gesundheitsproblematik zu kämpfen, denn der Schwefeldioxidgehalt im Ausbruchsland, auf den Färöer-Inseln und teilweise noch in Nordschottland ist weitaus intensiver.

Ein Problem hingeben bleibt. Kaum jemand kann voraussagen, wie lange die Eruption noch dauern wird und ob der Vulkan noch weitere Eruptionen auslöst, die dann klimatechnische Fragen aufwerfen. Momentan heißt es also abwarten und sich den Naturgewalten fügen.

Judith Schomaker

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