Von Ölindustrie finanzierte Studie beweist Erderwärmung

Klimawandel; Foto: shutterstock

Eine umfangreiche Studie des kalifornischen Berkeley Earth Surface Temperature Projects hat nachgewiesen, dass die Temperaturen auf der Erdoberfläche in den letzten 50 Jahren im Schnitt um rund ein Grad Celsius gestiegen sind. Namhafte Wissenschaftler, wie der Physik-Nobelpreisträger Saul Perlmutter, analysierten dafür rund 1,6 Milliarden Temperaturaufzeichnungen der vergangenen 200 Jahre.

Um Kritikern bereits im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen, dokumentierten die Forscher ihre Arbeitsweise ganz besonders sorgfältig. Mit den Belegen hoffen sie, nun auch den einen oder anderen Klimawandel-Skeptiker zu überzeugen.

So spricht Richard Muller – der Chef des Berkeley Earth Surface Temperature Projects – in einem Interview mit Nature Climate Change davon, dass diese in Anbetracht der eindeutigen Studienergebnisse möglicherweise  „ihre Meinung überdenken.“ Als unbekehrbar erachtet der Wissenschaftler lediglich kategorische Leugner der Erderwärmung, denn  diese sind „Menschen, die mit einer Schlussfolgerung starten und nur jene Daten berücksichtigen, die diesen Schluss unterstützen.“

Erste Adressaten für eine potentielle Richtungskorrektur könnten ironischerweise dieselben Leute sein, durch deren finanzielle Unterstützung die Durchführung der Studie überhaupt erst möglich wurde. Finanziert wurde die Forschungsarbeit nämlich unter anderem von der – aus dem Öl- und Chemiekonsortium Koch Industries hervorgegangenen – Charles G. Koch Charitable Foundation. Diese gehört anteilig David H. Koch, der auch ein Unterstützer der US-amerikanischen rechtskonservativen Tea-Party-Bewegung ist, die sich gegen Klimaschutzmaßnahmen engagiert.

Stiftung die Arbeit finanzierte, weil sie wirklich befürchtet hat, dass legitime Skepsis ignoriert wurde.“ Dass im Fall der vorliegenden Studie eher das Gegenteil der Fall ist, beweist schon die Herangehensweise des Forscherteams, denn es hat „sorgfältige Studien zu legitimen Fragen unternommen, die von den Kritikern aufgeworfen wurden.“ Dadurch konnte beispielsweise die Behauptung widerlegt werden, dass bisherige Messungen nur einen Temperaturanstieg ergeben hätten, weil sie in „Hitze-Inseln“ wie städtischen Gebieten durchgeführt wurden.

Aktuell durchlaufen die Forschungsergebnisse des Berkeley Earth Surface Temperature Projects ein Peer-Review-Verfahren, wobei die Daten von Forscherkollegen noch einmal umfassend überprüft werden. Im nächsten Schritt wollen sich die Wissenschaftler dann einer Analyse der Temperaturen unserer Ozeane widmen.

Matthias Schaffer

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