Vom Konsument zum Prosument – die Regionalwert AG

Permakultur Pilzfarmen werden über Crowdinvest finanziert
Auch der Verkauf von frischen Pilzen gehört zu den Projekten der Permagold-Genossenschaft © Malchus Kern

Lebensmittelskandale werden durch das System der industriellen Landwirtschaft begünstigt. Ob Dioxin in Lebensmitteln, Lebensmittel für die Tonne oder Massentierhaltung. Als einzelne Konsumenten haben wir nur einen geringen Einfluss darauf, dass sich an diesen Umständen etwas ändert. Doch wir können durchaus mehr tun, als nur Produkte aus nachhaltigem Anbau zu kaufen.

Selbst in die Hand nehmen, ist das Credo von Christian Hiß, Gründer der Regionalwert AG in Freiburg. Vor über zehn Jahren startete er mit der Idee, Ökologie und Ökonomie zu vereinen – durch eine Bürgeraktiengesellschaft. Diese soll Gewinne erwirtschaften, die die Region stärken und die Umwelt schützen. Durch ein Investment in Betriebe wie ökologische Landwirtschaften, Bioläden oder Weingüter werden die Konsumenten zu Prosumenten (Produzenten – Konsumenten). Sie stehen dabei sowohl am Anfang der Handelskette, als Inhaber von produzierenden Betrieben sowie ganz am Ende, als Konsumenten.

Die Regionalwert AG möchte dabei nicht nur Gewinne und Verlust bilanzieren. Es geht auch um Fragen der fairen Bezahlung, langfristigen Verträgen, nachhaltiger Bodenbearbeitung und kurzen Transportwegen. Einer nachhaltigen Wertschöpfung sozusagen, bei der das Kapital nicht nur das Geld ist, sondern auch die Qualität des Wassers, der Luft, des Bodens, der Landschaft und einer Arbeit, die die Menschen zufrieden macht. Und in guten Produkten endet.

Permagold: eine Permakultur-Genossenschaft

Auch Jens-Uwe Sauer vereint seine Erfahrung auf dem Finanzmarkt mit dem Wunsch nach einer Agrarwende. Dafür hat er, gemeinsam mit anderen, Ende 2016 die Permagold Genossenschaft gegründet. In verschiedenen Betrieben sollen gesunde Lebensmittel nach den Prinzipien der Permakultur angebaut werden. Bisher sind drei Projekte geplant: eine Shiitake-Pilzfarm, ein Handelsbetrieb für Bio-Mineralwasser und ein Gemüsebaubetrieb. Dabei ist das Ziel immer, gesunde Lebensmittel mit regenerativer Landwirtschaft zu produzieren und zugleich eine faire Rendite für die Anleger zu erwirtschaften. Diese werden auf der jährlichen Generalversammlung über den Stand der finanzierten Betriebe informiert und können über die Geschicke der Genossenschaft mitbestimmen.

Ökologische Gemüsgärtnereien werden über die Regionalwert AG finanziert
In Dresden wurde die erste Permakultur-Genossenschaft gegründet © Malchus Kern

Jeder Einkauf ist eine Wahl für unsere Umwelt. Auch ohne eigene Landwirtschaft können wir bestimmen, wie unsere Lebensmittel angebaut werden. Nicht nur in Freiburg oder Dresden. In ganz Deutschland gründen sich weitere Genossenschaften oder Bürgeraktiengesellschaften, mit denen wir vom Konsumenten zum Prosumenten werden können.

Malchus Kern schreibt als Freier Autor über Nachhaltigkeit, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und digitale Innovationen. Auf seinem Balkon versucht er sich an Selbstversorgung.

Erfahre mehr darüber, wie Du deinen Konsum noch verantwortungsvoller gestalten kannst. Einfache Ideen, um mehr selber zu machen und interessante, faire Produkte helfen dabei – mittwochs auf cleanenergy-project.de.

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