Urban Gardening – die neue Art der Landwirtschaft

Ein neuer Trend macht sich in den Großstädten bemerkbar: Das so genannte Urban gardening findet besonders jetzt zur warmen Jahreszeit immer mehr Anhänger. Dabei bieten die Gärten in der Stadt gleich mehrere Vorteile: Denn mit dem grüner werden der Innenstädte wächst die lokale Pflanzenvielfalt, Urbanität und Leben kehrt in die Zentren zurück, das Miteinander der Bewohner wird gefördert und  ganz nebenbei das Stadtklima verbessert.

Angepasst an die regionalen Klimabedingungen werden beim so genannten Urban Gardening meist einheimische Gemüse-, Obst- oder Kräutersorten saisonal angepflanzt und selbst geerntet, was zu einer Verbesserung des Mikroklimas in den Stadtzentren beiträgt. Die Art der Gärten ist dabei genauso vielfältig wie deren Nutzer. So legen nicht nur immer mehr Großstädter eigenständig auf der Dachterrasse oder ihrem Balkon einen kleinen Garten an. Auch die Zahl an Projekten und Initiativen, die sich das gemeinsame Gärtnern zum Ziel gesetzt haben, um somit Verständnis für Herkunft und Anbau von Nahrungsmitteln zu ermöglichen und das soziale Miteinander und Erleben zu fördern, wächst.

Bestes Beispiel bietet hierfür Berlin mit seinen Interkulturellen Biogärten, dem Pflegen von Wildblumenwiesen in Kreuzberg, einem Naturspielgarten speziell für Kinder in Neukölln oder den Prinzessinengärten, welche im Jahre 2009 von einer 600 Quadratmeter großen Brachfläche zu einem Nutzgarten umgestaltet worden sind.

Das besondere an diesem Projekt: Der Garten ist jederzeit zum Umziehen bereit. Da die Stadt die Nutzflächen nur für ein Jahr zusichert, bestehen Gebäude aus Containern und die Pflanzen werden umweltfreundlich in Tetrapacks oder Reissäcken eingetopft. Vor allem ältere, inzwischen weniger genutzte Sorten werden hier verstärkt gepflanzt, auf chemische Dünger wird verzichtet und im dazugehörigen Gartencafé können die Bioprodukte direkt verkauft und verarbeitet werden. Mitmachen kann jeder, ob beim Säen, Ernten oder Verarbeiten der Pflanzen.

Das Konzept Urban Gardening zeigt: Schon mit einfachen Mitteln ist es möglich, die Innenstädte wieder attraktiver zu gestalten, das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu stärken und ein Stück zum Naturschutz beizutragen und das Thema Nachhaltigkeit eigenständig umzusetzen.

Luisa Egenlauf

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