Unbequeme Wahrheit(en) zum Thema Ernährung

Ungesundes Essen lernen wir schon als Kinder zu schätzen. Doch neben Übergewicht drohen viele weitere Gesundheitsprobleme.

Wussten Sie, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Verzehr von Fleischwaren schon vor Jahren als Gruppe 1-Karzinogen eingestuft hat? In der selben Gruppe findet man auch Tabakrauchen. Wussten Sie, dass man weniger von Zucker Diabetes bekommt, als viel mehr von bestimmten Fetten? Fette, die hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln enthalten sind?  Tierische Produkte sind nicht gesund. Aber warum ist dieser Fakt so wenig verbreitet? Die unbequemen Wahrheiten zum Thema Ernährung:

Unsere Ernährung hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Doch, wie sehr der Spruch: „Du bist, was du isst“ zutrifft, hat mich sehr überrascht. Der Auslöser für meine Recherchen zum Thema tierische Erzeugnisse und Gesundheit war ein Dokumentarfilm zum Thema Ernährung.

Nachdem ich die Doku gesehen hatte, war ich zunächst von manchen Behauptungen nicht völlig überzeugt. Schließlich waren einige davon viel zu besorgniserregend. Ich dachte, niemand könnte solche Dinge unter den Tisch kehren. Die Öffentlichkeit hätte schon lange aufschreien müssen, wäre das alles die Wahrheit.

WHO: Fleischkonsum in der gleichen Kategorie wie Tabakrauchen

Doch schon die erste Behauptung stellte sich als Tatsache heraus: Die WHO hat den Verzehr von verarbeitetem Fleisch als „krebserregend für Menschen“ eingestuft. Das hatte ich irgendwo schon mal gehört. Doch mir war nicht klar gewesen, dass es in der selben Kategorie steht, in der auch das Rauchen von Tabak und der Kontakt mit Asbest oder sogar Plutonium gelistet ist. Das würde bedeuten, der Verzehr von Wurst oder Schinken kann keinesfalls unbedenklich sein. Aber wir ernähren schon unsere Kinder damit.

Große Studien haben ergeben, dass bereits der Verzehr von rund 50 Gramm solcher Fleischwaren das Risiko für Darmkrebs um 18 Prozent erhöht. Auch unverarbeitetes rotes Fleisch ( u.a Muskelfleisch von Rind, Schwein oder Schaf) haben die Forscher in Gruppe 2 A – also als „wahrscheinlich krebserregend“ – eingestuft. Menschen, die davon etwa 100 Gramm täglich essen, haben ein um 17 Prozent erhöhtes Risiko. Zum Vergleich: Der durchschnittliche deutsche Verbraucher verzehrt rund 60 Kilogramm Fleischwaren im Jahr. Das sind circa 165 Gramm täglich.

Tierische Produkte begünstigen Diabetes

Auch die zweite Behauptung stellte sich als wahr heraus: Fleisch ist nicht nur krebserregend, tierische Produkte können auch Diabetes verursachen. Bisher dachte ich immer, Diabetes kommt von zu viel Zucker bzw. Kohlenhydraten und zu wenig Bewegung. Doch tatsächlich ist die Gefahr, von zu viel Zucker Diabetes zu bekommen, eher klein. Zucker wird im Körper entweder in Form von Glykogen gespeichert oder als Kalorien sofort verbrannt.

Gesättigte Fettsäuren und trans-Fettsäuren dagegen, die hauptsächlich in tierischen Produkten enthalten sind, verstopfen vereinfacht gesagt die Blutgefäße. Dadurch kann Zucker schlechter in die Zellen transportiert werden. Der Blutzuckerspiegel steigt immer mehr und der Patient muss infolgedessen irgendwann Insulin spritzen. Mit anderen Worten: Man erkrankt an Diabetes. 2015 zeigte eine Studie des deutschen Institutes für Ernährungsforschung, dass der Verzehr von 150 Gramm rotem Fleisch am Tag das Diabetes-Risiko um 80 Prozent erhöht. Die WHO schätzt, dass bis 2030 eine halbe Milliarde Menschen auf der Welt daran erkrankt sein werden – doppelt so viele wie heute.

Die Wege Falschwissen zu verbreiten

Warum aber denken die meisten Menschen noch immer, Diabetes werde durch zu viel Zucker ausgelöst, obwohl das größte Risiko von tierischen Fetten ausgeht? In einer amerikanischen Dokumentation fanden die Macher heraus, dass dieses Falschwissen in erster Linie durch Vertuschung, Schweigen, gezielte Lobby-Arbeit und Werbung verbreitet wird. Und durch Zweifel. Die Menschen werden mit so vielen verschiedenen, oft widersprüchlichen Aussagen bombardiert, dass sie nicht mehr wissen, was richtig ist.

Hierzulande wird wohl am ehesten die Methode des Schweigens angewandt. Sucht man etwas genauer, findet man zwar alle diese Informationen, doch eben nur durch Suchen. Auf der Hauptseite des Diabetes Instituts steht keine große Warnung vor rotem Fleisch. Und ebenso findet man keine Warnung, dass verarbeitetes Fleisch das Darmkrebsrisiko erhöht auf der ersten Seite der deutschen Krebshilfe oder auf Seiten für Darmkrebsvorsorge.

Wirtschaftliche Interessen vor Gesundheit?

Und irgendwie kann ich das sogar nachvollziehen. Schließlich wollen die Milchbauern weiter Milch und Milchprodukte verkaufen. Und die Fleischproduzenten weiter ihr Fleisch. Dennoch ist es erschreckend, dass Geld überall wichtiger zu sein scheint, als unsere Gesundheit. Damit die Viehwirtschaft weiter ihre Gewinne einfahren kann, werden wir Menschen mit Lebensmitteln ernährt, die zum einen schlecht für die Gesundheit sind – und das nachweislich – und zum anderen schlecht für die Umwelt.

Pflanzliche Ernährung schützt Tiere, Umwelt und Klima

Denn auch das ist ein großes Thema. Würden die Menschen auf eine größtenteils pflanzliche Ernährung umstellen, würden wir nicht nur das Leben von Millionen Tieren bewahren, sondern auch sowohl die Umwelt als auch das Klima schützen. Nur ein Beispiel: Aktuell brennt der Regenwald im Amazonasgebiet. Die Ursache dafür ist der Mensch. Die Bauern roden Flächen, indem sie diese in Brand stecken. Das ist teilweise legal, doch auch illegale Brandrodungen sind in Brasilien an der Tagesordnung. Einige dieser Brände haben sich ausgebreitet und wüten momentan unkontrolliert.

Die gerodeten Flächen nutzen die Bauern dann hauptsächlich für die Viehzucht und den Anbau von Soja. Der Großteil der geernteten Sojabohnen wird dabei als Viehfutter verwendet. Tatsächlich werden in Deutschland etwa 80 Prozent des importierten Soja für die Fütterung von Kühen, Schweinen etc. verwendet. Nur etwa sechs Prozent davon werden zu vegetarischen Produkten. Mit anderen Worten: Für ein Schweineschnitzel wird mehr Soja verbraucht als für einen Tofubratling.

Würden die Menschen sich größtenteils pflanzlich ernähren, würden viel weniger Flächen für die Viehzucht benötigt. Zudem könnten sich heute genutzte Flächen regenerieren und wieder Bäume wachsen. Studien haben ergeben, dass wir im Jahr etwa zwei Tonnen weniger Treibhausgase verursachen würden, wenn wir uns rein pflanzlich ernähren. Weltweit wären dann die Emissionen aus der Tierhaltung um rund 70 Prozent reduziert. Und bei uns Menschen würden Millionen frühzeitige Todesfälle im Jahr verhindert.

What the Health? 

Man könnte meinen, das wäre eine „Win-Win“ Situation. Wir würden unserer Gesundheit etwas gutes tun und länger gesund leben. Und damit sogar den Planeten, unser Klima und die Tiere schützen. Warum also handeln wir dann nicht dementsprechend?

Abschließend möchte ich sagen, ich habe nur einige der vielen Fakten genannt. Wer sich mit dem Thema „Ernährung und Gesundheit“ genauer auseinandersetzen will, und wer die Augen nicht vor vielleicht unbequemen Tatsachen verschließen möchte, dem empfehle ich diese Website: „What the Health?“ Da finden Sie die genannten Fakten und noch viele mehr. Sie werden danach ihre Ernährungsgewohnheiten überdenken – versprochen.

Die Dokumentation „What the Health? finden Sie unten: (Kaufversion) oder auf Netflix.

WHAT THE HEALTH from AUM Films & Media on Vimeo.

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